Das wichtige Gleichgewicht

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peedee Avatar

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Unser Körper ist ein komplexes Gebilde – das ist wohl jedem bewusst. In jedem Moment unseres Lebens laufen tausende Prozesse ab, um das Funktionieren unseres Körpers aufrechtzuerhalten. Dies alles ohne unser aktives Zutun. Einfach automatisch. Doch wenn einmal etwas aus dem Lot gerät und wir krank werden, gerät die Gesundheit in unseren Fokus. Nur selten kann ein einzelnes Organ isoliert behandelt werden, um wieder zu gesunden. Es spielen viele Faktoren hinein, was für die Mediziner:innen die Sache nicht einfacher macht und bedingt den Blick über den Gartenzaun des eigenen medizinischen Fachbereichs hinaus.

Erster Eindruck: Ein auffälliges Cover, wenige Illustrationen – vielleicht für mich zu wenige?

Das vorliegende Buch ist ein Sachbuch für interessierte Laien. Ich habe vor zehn Jahren ihr erstes Buch über den Darm gelesen und fand es ausgezeichnet. Daher war ich sehr gespannt auf das neue Buch der Autorin, die sich auch mehr als zehn Jahre weiterentwickelt hat. Das Buch beleuchtet die Gebiete Lunge, Immunsystem, Haut, Muskeln, Gehirn. Einleitend ist jeweils eine persönliche Geschichte aufgeführt, die durch eine farbige Zeichnung von Jill Enders, der Schwester der Autorin, ergänzt wird. Diese persönlichen Geschichten haben mir sehr gut gefallen.

„Überall in unserem Körper geht es um ein Gleichgewicht und um die Frage, wie wir es halten.“

Mir hat das Buch gut gefallen, aber für mich war das Layout zu sehr Fliesstext; ich hätte mir deutlich mehr Illustrationen, Grafiken, o.ä. gewünscht, die den Text aufgelockert hätten. Es waren interessante und auch humorvolle Einblicke in das komplexe System dabei. Die Autorin erklärt z.B., welche Funktion die sichtbaren Nasenhaare haben (sie „fangen gröbere Flusen ab, indem sie einfach im Weg herumhängen“) und was ihre „Kollegen“, die sogenannten Zellhärchen, tagein tagaus tun („mit winzigen Muskeln holen sie 850-mal pro Sekunde aus und fegen die Luft“) – wow, welch‘ Action! Dazu gesellen sich selbstverständlich zig weitere „Parteien“, um Schmutz von der Nase fernzuhalten. Ein für mich sehr interessantes Thema war das Anti-Aging. Dazu schreibt sie nämlich, dass die Hautalterung im Gesicht etwa zu 80 Prozent der Sonne zuzuschreiben ist! Und dass wir uns zu wenig mit Sonnenschutz eincremen bzw. eine viel zu kleine Produktmenge verwenden (tja, da fühle ich mich wirklich ertappt!). Vielen Dank – 3 Sterne.