Kalte Macht im Schatten
Mit Interregnum zeigt Jens Henrik Jensen eindrucksvoll, wie konsequent und kompromisslos er seine Oxen-Reihe weiterentwickelt. Dieser Band wirkt besonders dicht, kühl und politisch aufgeladen – ein Thriller, der weniger auf schnelle Effekte setzt, sondern auf Atmosphäre, Struktur und ein stetig wachsendes Unbehagen.
Schon früh wird klar, dass hier keine einfache Gut-gegen-Böse-Geschichte erzählt wird. Vielmehr entsteht ein komplexes Geflecht aus Macht, Einfluss und verdeckten Interessen, das sich langsam, aber unerbittlich zuschnürt. Genau darin liegt die große Stärke des Romans: Die Bedrohung wirkt nicht überzeichnet, sondern erschreckend plausibel. Jensen verknüpft politische Ebenen, gesellschaftliche Abgründe und persönliche Konflikte so, dass man als Leser ständig das Gefühl hat, näher an der Realität zu sein, als einem lieb ist.
Der Schreibstil ist sachlich und präzise, fast kühl – passt aber perfekt zur Geschichte. Emotionen werden nicht breit ausgeführt, sondern eher zwischen den Zeilen transportiert. Das erfordert Aufmerksamkeit, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Spannung nicht abflacht. Die Handlung entwickelt sich kontinuierlich weiter, mit Wendungen, die logisch wirken und nicht konstruiert erscheinen.
Besonders gelungen sind die Figuren. Niels Oxen bleibt eine widersprüchliche, gezeichnete Hauptfigur, deren innere Brüche glaubwürdig dargestellt sind. Auch die bekannten Nebenfiguren fügen sich stimmig ein und tragen zur Tiefe der Geschichte bei, ohne bloß funktional zu sein. Man merkt, dass hier Charaktere mit Vergangenheit und Konsequenzen handeln.
Interregnum ist kein Thriller für den schnellen Konsum, sondern ein Buch, das Konzentration verlangt und genau dadurch seine Wirkung entfaltet. Wer komplexe, politische Spannung schätzt und sich auf eine düstere, realistische Atmosphäre einlassen möchte, findet hier einen intensiven und nachhaltigen Roman.
Fazit: Ein anspruchsvoller skandinavischer Thriller mit politischem Tiefgang, glaubwürdigen Figuren und einer beklemmenden Nähe zur Realität – fordernd, aber absolut lesenswert.
Schon früh wird klar, dass hier keine einfache Gut-gegen-Böse-Geschichte erzählt wird. Vielmehr entsteht ein komplexes Geflecht aus Macht, Einfluss und verdeckten Interessen, das sich langsam, aber unerbittlich zuschnürt. Genau darin liegt die große Stärke des Romans: Die Bedrohung wirkt nicht überzeichnet, sondern erschreckend plausibel. Jensen verknüpft politische Ebenen, gesellschaftliche Abgründe und persönliche Konflikte so, dass man als Leser ständig das Gefühl hat, näher an der Realität zu sein, als einem lieb ist.
Der Schreibstil ist sachlich und präzise, fast kühl – passt aber perfekt zur Geschichte. Emotionen werden nicht breit ausgeführt, sondern eher zwischen den Zeilen transportiert. Das erfordert Aufmerksamkeit, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Spannung nicht abflacht. Die Handlung entwickelt sich kontinuierlich weiter, mit Wendungen, die logisch wirken und nicht konstruiert erscheinen.
Besonders gelungen sind die Figuren. Niels Oxen bleibt eine widersprüchliche, gezeichnete Hauptfigur, deren innere Brüche glaubwürdig dargestellt sind. Auch die bekannten Nebenfiguren fügen sich stimmig ein und tragen zur Tiefe der Geschichte bei, ohne bloß funktional zu sein. Man merkt, dass hier Charaktere mit Vergangenheit und Konsequenzen handeln.
Interregnum ist kein Thriller für den schnellen Konsum, sondern ein Buch, das Konzentration verlangt und genau dadurch seine Wirkung entfaltet. Wer komplexe, politische Spannung schätzt und sich auf eine düstere, realistische Atmosphäre einlassen möchte, findet hier einen intensiven und nachhaltigen Roman.
Fazit: Ein anspruchsvoller skandinavischer Thriller mit politischem Tiefgang, glaubwürdigen Figuren und einer beklemmenden Nähe zur Realität – fordernd, aber absolut lesenswert.