Spionagethriller

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susannek Avatar

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Der neue Band der Oxen-Reihe von Jens Henrik Jensen heißt Interregnum. Interregnum bezeichnet eine Art von Machtvakuum zwischen zwei Regierungen und bezieht sich in diesem Fall auf die Zeit zwischen einer Leitung des dänischen Nachrichtendienstes (PET) bis zur folgenden.

Das Buch umfasst knapp 600 Seiten und ist im dtv Verlag erschienen.
Das Buch beginnt mit zwei Handlungssträngen, die sich im letzten Drittel des Buches vereinen.

Der eine ist bestimmt von den aus den vorherigen Bänden bekannten Personen, Axel Mossmann, Interimsleitung des PET, Niels Oxen, ehemaliger Jägersoldat, und Margarete Franck, ebenfalls eine Mitarbeiterin des PET und enge Vertraute von Mossmann. Im letzten Band endete die Geschichte damit, dass ein rechts-konservativer Geheimbund namens Danehof zerschlagen wurde. Und nun stellt sich heraus, dass er doch weiter existiert, bzw dass in höchsten Kreisen daran gearbeitet wird, ihn neu erstehen zu lassen. Unter äußerster Geheimhaltung ermitteln die 3 Hauptpersonen, mit der Hilfe von anderen ausgewählten Personen, die ebenfalls schon aus den vorherigen Bänden bekannt sind. Sie versuchen, Beweise zu finden, ohne dabei zu viel Aufmerksamkeit zu wecken, da nicht klar ist, wer auf welcher Seite steht.

Der andere Handlungsstrang spielt in Aalborg. Dort geben Morde an zwei Studenten der Polizei Rätsel auf. Schnell zeigt sich ein Bezug zu China, denn sowohl einer der ermordeten Studenten, als auch eine in eine dringende Bedrohungslage geratene Studentin sind Chinesen. Als sich herausstellt, dass das Szenario wesentlich größer ist als nur Mord, wendet sich die Aalborger Polizei an den PET und bittet um Unterstützung.

Zu diesem Zeitpunkt verbinden sich die beiden Handlungsstränge und offenbaren ein riesiges Konstrukt an Spionage, Verschwörung, Mord, Macht und Geld.

Für mein Empfinden zieht sich die Handlung sehr in die Länge und es dauert ungewöhnlich lange, bis die Handlung Fahrt aufnimmt. Vielleicht soll damit die Mühsal einer solchen Ermittlung verdeutlicht werden. Für mich war das Buch dadurch etwas zäh und ich habe mich schwer getan dranzubleiben. Entschädigt wurde ich durch ein fulminantes Ende, das absolut der Oxen-Reihe entspricht, und auch durch einen kleinen persönlichen Touch durch die Einbindung von Oxens Sohn Magnus.

Faszinierend war für mich die, durch die Realität gedeckte, Information, dass chinesische Studenten gezielt zur Spionage verpflichtet werden können. Überhaupt ist der gesamte Bereich Spionage einerseits faszinierend, andererseits beängstigend. Die Methoden von Überwachung und Manipulation werden immer ausgefeilter und es wäre wohl naiv, davor ganz die Augen zu verschließen.

Das Buch ist perfekt für Menschen, denen Spionage-Thriller Spass machen, die dicht an der Realität sind. Durch die Länge des Buches braucht man einen langen Atem, der am Ende aber uneingeschränkt belohnt wird.