Ein Schlag in die Magengrube – rau, ehrlich und verdammt lebendig
Hier wird von der ersten Zeile an kein heiles Kitsch-Gemälde gemalt, sondern das Leben so hingeknallt, wie es nun mal oft ist: dreckig, widersprüchlich, voller Überlebenskampf und trotzdem mit einem ganz eigenen, herben Puls.
Friedchen ist eine Figur, die man einfach nicht mehr vergisst. Klein, kompakt, mit zu viel Schnaps im Kopf, der ihr die Beine wackelig macht, und dann vergisst sie ihren dreijährigen Nachzügler Sigger glatt auf dem Kneipenklo, weil zwölf Schritte zum Tresen eben manchmal die Welt bedeuten. Das ist tragikomisch, tut beim Lesen fast weh und ist gleichzeitig so entwaffnend menschlich geschildert. Wenn sie dann in Panik durch die Straßen rennt – an den frisch umgehängten Straßenschildern vorbei, wo die Leute noch dem alten Dreck hinterherkrähen –, spürt man diese beklemmende Nachkriegsatmosphäre 1951 in jeder Faser.
Und der Schnitt zurück ins Jahr 1932 sitzt tief: Friedchen, die aus einer brutalen Prügelhölle daheim flieht, in der jüdischen Fabrikantenvilla Herzberg zum ersten Mal so etwas wie Würde, Bildung und ein sauberes Waschbecken erlebt – und dann nach einer Vergewaltigung im Gebüsch schwanger vor dem Entbindungshaus steht. Keine Romantik, keine Tabus, sondern das nackte Elend von Frauen, die damals einfach keine Rechte und keine Stimme hatten. Wie dann Paula Levin im Arztkittel und mit Hosen auftaucht – unkonventionell, forsch, voller Wärme und ohne jede Verurteilung –, das bringt genau das Licht in die Geschichte, das sie vor der totalen Trostlosigkeit bewahrt.
Die Sprache fließt ungeheuer rhythmisch, bildhaft und schnörkellos direkt. Da sitzt jedes Wort, da gibt es keine falschen Sentimentalitäten, sondern echte Reibung, Schmerz und eine tiefe, fast trotzige Lebenskraft. Ein absolut starker Romananfang, der unter die Haut geht und bei dem ich sofort wissen will, wie diese zerrissene Geschichte zwischen Friedchen und Paula weitergeht.
Friedchen ist eine Figur, die man einfach nicht mehr vergisst. Klein, kompakt, mit zu viel Schnaps im Kopf, der ihr die Beine wackelig macht, und dann vergisst sie ihren dreijährigen Nachzügler Sigger glatt auf dem Kneipenklo, weil zwölf Schritte zum Tresen eben manchmal die Welt bedeuten. Das ist tragikomisch, tut beim Lesen fast weh und ist gleichzeitig so entwaffnend menschlich geschildert. Wenn sie dann in Panik durch die Straßen rennt – an den frisch umgehängten Straßenschildern vorbei, wo die Leute noch dem alten Dreck hinterherkrähen –, spürt man diese beklemmende Nachkriegsatmosphäre 1951 in jeder Faser.
Und der Schnitt zurück ins Jahr 1932 sitzt tief: Friedchen, die aus einer brutalen Prügelhölle daheim flieht, in der jüdischen Fabrikantenvilla Herzberg zum ersten Mal so etwas wie Würde, Bildung und ein sauberes Waschbecken erlebt – und dann nach einer Vergewaltigung im Gebüsch schwanger vor dem Entbindungshaus steht. Keine Romantik, keine Tabus, sondern das nackte Elend von Frauen, die damals einfach keine Rechte und keine Stimme hatten. Wie dann Paula Levin im Arztkittel und mit Hosen auftaucht – unkonventionell, forsch, voller Wärme und ohne jede Verurteilung –, das bringt genau das Licht in die Geschichte, das sie vor der totalen Trostlosigkeit bewahrt.
Die Sprache fließt ungeheuer rhythmisch, bildhaft und schnörkellos direkt. Da sitzt jedes Wort, da gibt es keine falschen Sentimentalitäten, sondern echte Reibung, Schmerz und eine tiefe, fast trotzige Lebenskraft. Ein absolut starker Romananfang, der unter die Haut geht und bei dem ich sofort wissen will, wie diese zerrissene Geschichte zwischen Friedchen und Paula weitergeht.