Titel rätselhaft, Paula : mehr Erinnerung als Mensch, und Friedchen?
Titel rätselhaft vieldeutig, auf dem Cover im weitesten Sinne 2 Badende…so kommt mir eine ungewöhnliche Studie entgegen, aus der Feder einer studierten Psychologin, die ebenso auf dt.- jüdische Geschichte spezialisiert ist. Sie lebt in Tel Aviv und ist so auch hautnah vertraut mit dem täglichen Nahost battle. Beide Wissensstränge verschränken sich zum roten Faden dieses Textes; das Thema sei Freundschaft und ihre Haltbarkeit über Jahrzehnte und Ozeane hinweg, stets mit der Extragefahr von Judenverfolg verwoben.
Das Schreiben geht der Autorin gut von der Hand: mit 42 Jahren blickt sie auf >10 lieferbare Titel -meist Romane, stets mit politischem, wie mit menschlichem Interesse verfasst.
Dank der lebendigen Art, die Figuren ihres Romans vorzustellen, ist auch der Leser direkt mittendrin und neugierig auf deren Beziehungsgeflecht.
Zum Personal:
Friedchen, die Hauptfigur (wie kann man so ein so zerrupftes Wesen Fried-chen nennen?!)
F. ist gefühlsgesteuert, getrieben von einer Überforderung zur nächsten, unbeholfen, realitätsfremd, hat
3 Söhne (inklusive 3 postnataler Depressionen)einer ist dem Vater Fritz wie aus dem Gesicht geschnitten, einen Sohn sieht Fritz am liebsten von hinten, weil er von vorn dem Egon (aus der Kneipe) so ähnelt. Einer der, Sigger, ist der Einzige ,der bei ihr lebt, ein Weicher, wie sie sagt, der seine Arme wie eine Dschungelpflanze um sie schlingt(p17),der aus dem Kindergarten zurückrennt „wie jemand dem gerade eingefallen war, dass er zu Hause das Gas nicht abgestellt hat-ein 3-jähriger! Hier nur ein Beispiel für den anschaulichen Stil der Autorin. Großartig auch wie- meist unverblümt --Friedchens schlichtes Gemüt mit unerwarteten Einwürfen und Vergleichen durch den Erzählstrang schimmert.
Paula ,die Antagonistin, eine „Gerthe von Mensch“(p18) kommt sich kraft ihrer grünen Augen und im Arzt Kittel mit Friedchen näher, als sie ihr bei der Entbindung des ungeplanten Kindes hilft, nur 2 Jahre älter als Friedchen, spricht so schnell, dass Friedchen „kaum mit dem Denken hinterherkommt“ (p30)
Eine Beziehung bahnt sich an, dauert und zerbricht und eines Tages steht Paula wieder vor Friedchens Tür:
„Paula die schon lange nicht mehr ihre war“(18)
Paula mehr Erinnerung als Mensch.
Zuviel für Friedchen, sie knallt die Tür vor Paulas Nase zu.
Schnell zieht die Autorin den durch den Titel nicht gerade orientierten Leser ins alltägliche Geschehen, jede Figur wird mit passendem Vokabular vorgestellt: Friedchen: sprunghaft hin und hergerissen zwischen Aufstieg und Abstammung, ganz anders als die großherzige Gattin aus der Fabrikantenvilla, die sich liebevoll um ihre Bedienstete kümmert, zur Lehrmeisterin für Lesen, Lyrik und Leben wird.
30 Seiten Leseprobe reichten, um mich neugierig zu machen auf dem Fortgang der Geschichte -Lese Spaß garantiert-
Das Schreiben geht der Autorin gut von der Hand: mit 42 Jahren blickt sie auf >10 lieferbare Titel -meist Romane, stets mit politischem, wie mit menschlichem Interesse verfasst.
Dank der lebendigen Art, die Figuren ihres Romans vorzustellen, ist auch der Leser direkt mittendrin und neugierig auf deren Beziehungsgeflecht.
Zum Personal:
Friedchen, die Hauptfigur (wie kann man so ein so zerrupftes Wesen Fried-chen nennen?!)
F. ist gefühlsgesteuert, getrieben von einer Überforderung zur nächsten, unbeholfen, realitätsfremd, hat
3 Söhne (inklusive 3 postnataler Depressionen)einer ist dem Vater Fritz wie aus dem Gesicht geschnitten, einen Sohn sieht Fritz am liebsten von hinten, weil er von vorn dem Egon (aus der Kneipe) so ähnelt. Einer der, Sigger, ist der Einzige ,der bei ihr lebt, ein Weicher, wie sie sagt, der seine Arme wie eine Dschungelpflanze um sie schlingt(p17),der aus dem Kindergarten zurückrennt „wie jemand dem gerade eingefallen war, dass er zu Hause das Gas nicht abgestellt hat-ein 3-jähriger! Hier nur ein Beispiel für den anschaulichen Stil der Autorin. Großartig auch wie- meist unverblümt --Friedchens schlichtes Gemüt mit unerwarteten Einwürfen und Vergleichen durch den Erzählstrang schimmert.
Paula ,die Antagonistin, eine „Gerthe von Mensch“(p18) kommt sich kraft ihrer grünen Augen und im Arzt Kittel mit Friedchen näher, als sie ihr bei der Entbindung des ungeplanten Kindes hilft, nur 2 Jahre älter als Friedchen, spricht so schnell, dass Friedchen „kaum mit dem Denken hinterherkommt“ (p30)
Eine Beziehung bahnt sich an, dauert und zerbricht und eines Tages steht Paula wieder vor Friedchens Tür:
„Paula die schon lange nicht mehr ihre war“(18)
Paula mehr Erinnerung als Mensch.
Zuviel für Friedchen, sie knallt die Tür vor Paulas Nase zu.
Schnell zieht die Autorin den durch den Titel nicht gerade orientierten Leser ins alltägliche Geschehen, jede Figur wird mit passendem Vokabular vorgestellt: Friedchen: sprunghaft hin und hergerissen zwischen Aufstieg und Abstammung, ganz anders als die großherzige Gattin aus der Fabrikantenvilla, die sich liebevoll um ihre Bedienstete kümmert, zur Lehrmeisterin für Lesen, Lyrik und Leben wird.
30 Seiten Leseprobe reichten, um mich neugierig zu machen auf dem Fortgang der Geschichte -Lese Spaß garantiert-