Wie es sich leben kann
Eine mitreißende Leseprobe. Höftmann schreibt „leicht“, wie dahingesagt über ernste, ja deprimierende Dinge. Sie beschreibt, was im Grunde traurig ist, was einem sogar Angst machen kann, wie schlimm Verhältnisse sein können, in denen Menschen leben. Die Hauptperson Friedchen erzählt, was ihr so geschieht, „frei von der Leber weg“ wie es so heißt. Höftmanns Schreibstil gleitet dahin, so selbstverständlich. Das ist es aber nicht. Was sie zu sagen hat über die Zustände ist einfach schrecklich. Wie gut, dass die arme junge Friedchen in all ihrem Elend, das sie aber nie als solches bezeichnet, freundliche Menschen findet, ja, taktvolle, wie die Frau des Fabrikbesitzers, die Friedchen hilft, besser lesen zu lernen und dies versteckt unter ihrer Bitte, dass Friedchen ihr vorlesen soll.