Ambitioniert
Auf dem Cover sind zwei schöne junge Frauen zu sehen, die mit geschlossenen Augen auf dem Rücken im Wasser liegen, aber gewiss nicht im Ozean. Der Titel Ozean ist jedoch ein gutes Bild für das Unterfangen der Autorin, fast 100 Jahre deutsch-jüdischer Geschichte in einen Roman zu packen, der auch noch diverse Frauenfreundschaften, Liebesgeschichten, Mutter-Kind-Probleme, Sehnsüchte, Enttäuschungen und Stürme aller Art behandelt. Das ist überaus berührend und gut gemeint, in vielen Vor- und Rückblenden auch unterhaltsam und lebendig erzählt. Die Protagonisten, überwiegend Frauen, erleben entsetzliches Leid in vielen Variationen, auch Freundschaft und Liebe. Aber mir ist das alles zu einfach gestrickt, so wie die Sprache, die mir anfangs gefallen hat, weil sie frisch und frech daherkommt, aber letztlich doch an der Oberfläche bleibt. Für mich ist dieser Roman zu ambitioniert, bleibt aber leider in Klischees stecken.