Eine bewegende Geschichte, die nachhallt

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freia Avatar

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Auch wenn ich anfangs ein wenig gebraucht habe, um mich in die verschiedenen Zeitebenen einzufinden, fiel mir der Einstieg in Ozean insgesamt leicht. Besonders die Geschichte von Paula und Friedchen hat mich begeistert. Die beiden sind so unterschiedlich und doch auf eine besondere Weise miteinander verbunden. Ihre Dynamik hat mir unglaublich gut gefallen und ich fand es spannend, ihre Lebenswege über mehrere Jahrzehnte hinweg zu verfolgen.

Katharina Höftmann überzeugt mit einem bildhaften, fesselnden Schreibstil, durch den ich mir die Figuren und Schauplätze mühelos vorstellen konnte. Die verschiedenen Zeitsprünge haben mich zwischendurch zwar etwas verwirrt, doch gegen Ende fügten sich die einzelnen Handlungsstränge auf beeindruckende Weise zusammen. Dadurch wurde mir erst richtig bewusst, wie durchdacht die Geschichte aufgebaut ist.

Besonders beeindruckt hat mich, wie die Autorin persönliche Schicksale mit historischen Ereignissen verbindet. Das Buch behandelt schwere Themen wie Antisemitismus und den Holocaust auf eindringliche Weise und hat mir gleichzeitig neue Einblicke vermittelt. Auch der Handlungsstrang rund um Gaza und das Leben in einem Kibbuz im Jahr 2023 hat mich dazu angeregt, mich intensiver mit den Hintergründen auseinanderzusetzen.

Ein kleiner Kritikpunkt war für mich lediglich der Abschnitt in Tel Aviv, der sich stellenweise etwas gezogen hat. Trotzdem ist Ozean für mich ein unglaublich gelungenes, bewegendes und lehrreiches Buch, das Vergangenheit und Gegenwart miteinander verbindet und noch lange zum Nachdenken anregt.

4,5 von 5 Sternen ⭐