Eine Geschichte voller Schmerz

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downey_jr Avatar

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1932 lernen sich Friedchen und Paula kennen. Die beiden jungen Frauen könnten unterschiedlicher nicht sein: Friedchen stammt aus ärmlichen Verhältnissen und ist ungewollt schwanger. Paula ist Jüdin und angehende Ärztin.

„Als das Kind drei Wochen später auf die Welt kam, waren Friedchen und Paula unzertrennlich geworden. Was nicht über Nacht passierte, auch wenn es schon irgendwie über Nacht passiert ist. Manche Freundschaften beginnen so – mit einem Einschlag. Auf einmal. Liebe auf den ersten Blick sozusagen, wobei diese Formulierung natürlich nie für Freundschaften benutzt wird, sondern eigentlich immer der romantischen Liebe vorbehalten ist. Ein Fehler. Denn warum sollte die Freundschaftsliebe nicht auf den ersten Blick beginnen? Warum sollte man die Liebe zwischen Freundinnen und Freunden überhaupt abwerten im Vergleich zur romantischen Liebe? Denn eigentlich ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine romantische Liebe über mehrere Jahrzehnte hält, doch viel geringer als die Überlebenschancen einer freundschaftlichen Liebe. Und überhaupt. Was bedeutet schon Romantik? Wer konnte sich das leisten in diesen Zeiten, in denen Friedchen und Paula sich trafen?“

Sie gehen gemeinsam nach Berlin, genießen das Leben, schwören sich ewige Freundschaft und Friedchen verliebt sich in Paulas charmanten Cousin Max. Aber Paula und Max sind Juden, und als Hitler an die Macht kommt, werden die Leben der drei schmerzhaft auseinandergerissen.

„Dabei war ihr eingefallen, dass sie [....] ohne all die schrecklichen Verkettungen nicht hier wäre, wo sie jetzt war. Und ein bisschen hatte es sie beruhigt, dass alles irgendwie zu etwas führte, aber gleichzeitig hatte sich auch augenblicklich ein Schatten über ihr Gesicht gelegt: Nichts würde jemals einfach nur schön oder aufregend oder glücklich sein. Für alles zahlte man einen Preis.
Keiner überquerte den Ozean ohne Schrammen.“

Auf weitere Details zur Handlung verzichte ich an dieser Stelle ganz bewusst, um der Geschichte nichts vorwegzunehmen.

Über mehrere Zeitebenen und Schauplätze hinweg (von Brandenburg und Berlin über London bis nach Tel Aviv) spannt sich der Bogen dieser Geschichte von 1932 bis ins Jahr 2023. Dort im heutigen Israel stehen die Ur-Enkelinnen Yuval und Noa wieder einer Gefahr gegenüber ...

Katharina Höftmann hat mit ihrem Jahrhundertroman „Ozean“, wie sie im Nachwort selbst sagt, „eine Geschichte voller Schmerz“ geschrieben – und sie hat mich damit mehr als einmal beim Lesen zu Tränen gerührt (besonders bei der Szene zwischen Max und dem Soldaten im KZ, aber auch etliche weitere Male).

Vielen Dank an den Diogenes Verlag, Vorablesen.de & NetGalley für das Rezensionsexemplar! 📚💚