Schmerzhaft und dennoch voller Hoffnung, ein großartiger Roman!

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alina_liest07 Avatar

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Friedchen und Paula könnten unterschiedlicher kaum sein und dennoch werden sie (fast) sofort Freundinnen als sie sich 1932 kennenlernen. Paula nimmt Friedchen mit in die „große weite Welt“ nach Berlin, wo sie sich schnell in Paulas‘ Cousin Max verliebt und mit Paulas‘ Familie lebt. Doch die Stimmung in Deutschland, auch in Berlin, ändert sich rasant, die Bedrohung der Nazi wird immer größer– denn Paula und Max sind Juden…

Katharina Höftmann nimmt uns in „Ozean“ durch die Geschichte einer komplizierten, wunderschönen Freundschaft. Und durch die dunkelsten Teile der deutschen Geschichte. Einige Teile waren schwer zu lesen, schmerzhaft und tief bewegend. Dabei werden die verschiedenen Zeitebenen, Perspektiven und Orte (Berlin, London, Isreal) meisterhaft zu einem Mosaik verbunden und verdeutlichen die Kontinuität jüdischer Verfolgung und jüdischen Schmerzes eindrücklich.
Ich habe aber auch das ein oder andere über jüdische Geschichte und die Gründung des Staates Israels gelernt.

Im Vordergrund dieses Buches steht trotz allem für mich die großartig beschriebene Freundschaft von Friedchen und Paula. Die Art wie die Autorin über Freundschaft, Verrat und Versöhnung erzählt, hat mich tief bewegt, sowohl Paula als auch Friedchen sind toll gezeichnete, komplexe Charaktere.
Höftmann hat einfach einen großartigen Erzählstil, der mich jedes Mal wieder in seinen Sog zieht! Auch ihre anderen Romane, vor allem „Alef“, haben mich sehr bewegt

Fazit: Ein großartiger Roman: Schmerzhaft und dennoch voller Hoffnung, entwickelt „Ozean“ schnell einen Sog und arbeitet noch länger nach – keine leichte aber eine umso lohnendere Lektüre und eine unbedingte Leseempfehlung!