Über Liebe, Flucht und Leid

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"Ozean" von Katharina Höftmann ist ein Roman, der aus der Reihe fällt. Er macht unglaublich traurig, aber auch wütend.

1932: Friedchen kommt aus armen Verhältnissen und ist ungewollt schwanger. Paula ist in reichen Verhältnissen aufgewachsen und Ärztin, aber auch Jüdin.. In der Entbindungsklinik lernen sich die beiden Frauen kennen und werden Freundinnen. Friedchen verliebt sich in Paulas Cousin Max. Und dann beginnt das Grauen in Deutschland.

2023: In einem Kibbuz nahe des Gazastreifens leben die Ur-Enkelinnen Yuval und Noa. Auch sie erfahren viel Leid, Schmerz und Schrecken.

Dieser Roman hat mich fasziniert, gefallen wäre im Kontext der falsche Ausdruck. Er macht in leicht lesbarer Sprache sehr deutlich, dass es immer die Menschen sind, die leiden müssen unter Kriegen und Verfolgungen. Besonders die Kapitel um Max und seine Zeit in Auschwitz haben mich zu Tränen gerührt. Entsetzlich, was Menschen in den KZ erleben mussten, die wenigsten von ihnen konnten überleben.

Im zweiten Zeitstrang können wir an der Seite von Yuval und Noa, aber auch von Paula, viel über das Leben in einem Kibbuz erfahren, aber auch viel über den Schmerz und das Leiden in der heutigen Zeit. Der Zeit, in der die Terrororganisation Hamas Israel überfällt und ein Blutbad anrichtet. Und in der Netanjahou und Trump mit Bombardierungen reagieren. Und wieder alles auf dem Rücken der Bevölkerung.

Die Protagonist*innen sind sehr lebensnah beschrieben mit all ihren Stärken und Schwächen, aber auch ihrem Mut. Ein Roman über eine schwierige Freundschaft in einer schwierigen Zeit, über Liebe, Flucht und Weiterleben.. Die Autorin lebt selbst in Tel Avif und hat deutsch-jüdische Geschichte studiert. Das merkt man ihrem Roman auch an. Sie erzählt eben nicht nur ein Einzelschicksal sondern verbindet viele Schicksale aus unterschiedlichen Perspektiven zu einem runden Ganzen. Dieser Roman gehört sicher zu meinen Jahreshighlights und bekommt verdiente 5 Sterne!