Überraschend aktueller Roman!

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alina_braun Avatar

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Katharina Höftmann schafft es in „Ozean“ eine besondere Parallele zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu kreieren. Die rührende Freundschaft zwischen Friedchen und Paula spielt während der Zeit des Nationalsozialismus. Dort wird der Kontrast zwischen den Beiden unvermeidlich spürbar: Paula ist nämlich Jüdin. Höftmann schafft es, daraus resultierende Spannungen geschickt und realistisch in Alltagssituationen zu verweben. Ein zweiter Erzählstrang, der in Israel spielt, führt hin zum 8. Oktober 2023. Die Autorin hat dadurch einen enorm aktuellen Bezug geschaffen, was es heißt, jüdisch zu sein. Mir persönlich hat dieser Sprung vom früher ins heute gut gefallen, es gibt dem Buch etwas ganz individuelles. Allerdings muss man dazu sagen, dass sehr viele Themen Platz in dem Buch gefunden haben. Ich kann mir gut vorstellen, dass es manchen Lesern zu viele unterschiedliche Aspekte sind.

Besonders positiv möchte ich die Sprache hervorheben. Gerade die wiederkehrende Metapher des titelgebenden Ozeans hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken angeregt. Höftmann schafft es, je nach Zeit, in der das jeweilige Kapitel spielt, die Sprache ganz unterbewusst zu verändern. Das hat mich tief in die Geschichte abtauchen lassen und die Charaktere mit all ihren Eigenheiten zum Leben erweckt.

„Ozean“ ist für alle, die ein geschichtliches Interesse mitbringen und bereit sind, Orte die bereits in der Literatur viel beschrieben worden sind (wie Auschwitz) neu wahrzunehmen. Durch packende Sprache, klare Bildsprache und Anekdoten, die Gänsehaut verursachen.