Aus der Bahn geworfen, den Weg zurück finden

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gucci Avatar

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Hanna hat Panikattacken. Ursache sind traumatische Erlebnisse in Berlin. Nach einem kurzen Krankenhausaufenthalt wird sie von ihren Eltern nach Lüneburg, in ihre Heimatstadt, geholt. Aus einer Nacht folgen viele. Jedes Elternteil hat sein Tagesprogramm und ich glaube, das ist auch für Hanna erst einmal gut. Sie muss wieder zu sich selbst finden. Sie bemängelt zu Recht, dass ihre Eltern und Ihre Schwester die traumatischen Ereignisse nicht mit ihr besprechen, sondern so tun, als wären diese prägenden Ereignisse nicht passiert. Immerhin hört ihr die Hausärztin zu und manchmal sind, so bitter es ist, ext. Personen bessere Zuhörer und Ideengeber.

Hannas Eltern haben sich auf ein Leben ohne Kinder im Haus eingestellt. So ist das Gästezimmer auch Vaters Büro. Der Rolladen geht mit Zeitschaltuhr um 6:30 h hoch, dies stört Hanna, auf die Idee die Zeit neu zu programmieren, kommt sie nicht. Über das 90 cm schmale Bett, lässt die Autorin mehrfach Hanna stänkern. Hallo! Es gibt Pärchen, die sich auf 140 und 160 cm jahrzehntelang nachts wohl fühlen und auch Eltern, die in ihrer Wohnung, ihrem Kind nur die Couch anbieten.

Ihre Eltern kommunizieren wenig miteinander, das war wohl immer schon so. In meiner Familie, ist anderen aufgefallen, wurde immer viel zu viel geredet und die Kinder in Entscheidungen einbezogen. Jede Familie ist anders und es ist aber auch die Aufgabe jedes einzelnen, gerade auch, weil Hanna 36 ist, mit ihren Eltern das Gespräch versuchen anzustoßen. Hannas Vater zeigt viel Empathie und auch, dass er seine Tochter beschützen will.

Schmunzeln ließ mich die häufig ausgesprochene Sorge der Mutter, das Kind soll Hausschuhe auf den Fliesen anziehen. Ich kenne den Dialog. Natürlich ist Hanna „Kind“ im Haus, Besucherin, denn sie beteiligt sich z.B. auch nicht an der Mahlzeitenplanung. Man schon sie.

Im Buch gibt es zeitliche Ungenauigkeit, so ist in der Handlung mal von 2026, dann von 2023 die Rede.

Hätte ich Lena Kupkes Debütroman nicht am Wasser liegend gelesen, hätte ich ihn möglicherweise genervt zur Seite gelegt. Ich hatte die Hoffnung, weil das Buch bei anderen gut ankommt, dass es sich noch besser entwickelt. Es gibt Detailbeschreibungen, die ich für mich nicht brauche und ich fühlte mich stellenweise zu alt. Was interessiert mich all der Schminkkram und rasierte Beine…. Es erinnerte mich mitunter an meine Gefühle, als ich Caroline Wahl las.

Im Roman wird von Hanna ein Bild gestaltet, welches dann nach der Beschreibung das Buchcover ist. Mich erinnert der Pyjama auf dem Cover an „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“. Das Buchcover hätte mich jetzt nicht zum Kauf animiert, beim Klappentext war ich auch skeptisch, doch begeisterte Lesestimmen haben mich dann doch zum dem Buch greifen lassen. Der Begeisterung kann ich mich nicht anschließen, es ist für mich leider nur Mittelmaß.