Authentisch bis ins Ohr: Lena Kupke liest sich selbst

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Pause ist nicht nur als Roman stark – als Hörbuch entfaltet die Geschichte eine ganz eigene, besondere Wirkung. Dass Lena Kupke selbst liest, ist dabei ein echter Gewinn. Ihre Stimme trägt die Mischung aus Verletzlichkeit, Humor und Klarheit, die den Roman ausmacht, und verleiht Hanna eine Unmittelbarkeit, die man beim Lesen so nicht erlebt.
Kupke liest natürlich, ungekünstelt und nahbar. Man spürt, dass sie jede Szene, jede Unsicherheit und jeden Funken Hoffnung der Protagonistin von innen heraus kennt. Dadurch wirkt das Hörbuch weniger wie eine klassische Lesung und mehr wie ein sehr persönliches Erzählen – fast so, als würde Hanna selbst neben einem sitzen und ihre Geschichte teilen.
Besonders stark sind die leisen Momente: Wenn Hanna an ihre Grenzen stößt, wenn sie sich zurück ins Elternhaus tastet, wenn sie versucht, wieder Boden unter den Füßen zu finden. Kupke trifft diese Stimmungen mit einer feinen Balance aus Ernsthaftigkeit und Leichtigkeit. Gleichzeitig bringt sie ihren typischen Humor ein, ohne die Schwere des Themas zu unterlaufen.
Das Ergebnis ist ein Hörbuch, das ehrlich, warm und überraschend erfrischend wirkt. Die Authentizität der Autorinnenlesung macht Pause zu einem sehr unmittelbaren Hörerlebnis – eines, das berührt, ohne zu beschweren, und Mut macht, ohne zu beschönigen.
Fazit: Ein sensibles, kluges Hörbuch, das durch die eigene Lesung der Autorin noch an Tiefe gewinnt. Für alle, die Geschichten über mentale Gesundheit, Neuanfänge und leise Stärke schätzen.