Berührend und durchdringlich!

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söphken Avatar

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Dieses Buch hat mich wirklich komplett umgehauen. Pause ist so ein Buch, das nicht laut daherkommt, sondern einen ganz leise packt und dann immer stärker wirkt, bis man es nicht mehr aus der Hand legen kann. Ich habe es an einem Wochenende durchgelesen, weil ich einfach drin war und nicht mehr rausgekommen bin.

Was mich am meisten getroffen hat, ist dieses Thema vom Nicht-mehr-können. Wir leben in einer Zeit, in der man ständig funktionieren soll, weitermachen, leisten, durchziehen. Und genau dagegen stellt sich dieses Buch so klar und gleichzeitig so ruhig. Beim Lesen hatte ich immer wieder das Gefühl, dass es eigentlich etwas sagt, das wir oft wegdrücken: dass Pausen kein Versagen sind, sondern notwendig. Gerade auch im Kontext davon, wie aktuell über soziale Sicherungssysteme gesprochen wird, hat das für mich nochmal eine ganz andere Schärfe bekommen.

Sehr stark fand ich auch die Familiengeschichte, vor allem die Beziehung zu den Eltern. Dieses Gefühl, dass man trotz allem Erwachsensein innerlich immer wieder in alte Rollen zurückrutscht und plötzlich wieder Kind ist, war so ehrlich beschrieben, dass es richtig nachgewirkt hat. Das hat bei mir auch persönliche Gedanken angestoßen.

Und dann die Sprache. Die war so klar und gleichzeitig so fein, dass man richtig durch die Seiten getragen wird. Nichts wirkt überladen, aber trotzdem steckt in jedem Moment so viel drin.

Am Ende ist es für mich kein Buch, das man einfach liest und wieder weglegt. Es bleibt im Kopf und irgendwie auch im Gefühl hängen. Ein sehr starkes, wichtiges Buch, das genau zur richtigen Zeit kommt.