Die Folgen eines psychischen Zusammenbruchs zwischen Geborgenheit und Einengung im familiären Nest

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schnaeppchenjaegerin Avatar

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Hanna kommt nach einem Zusammenbruch während eines beruflichen Termins ins Krankenhaus und muss sich dort von ihren Eltern abholen lassen, da keiner ihrer Freunde sich die Zeit für sie nehmen kann. Bei ihren Eltern fühlt sich Hanna geborgen, aber mit der Diagnose Panikattacke können die beiden wenig anfangen. Aus einer Nacht werden ungewollt mehr, wobei Hanna sich nur schwer damit abfinden kann, als 36-jährige Frau im ehemaligen Kinderzimmer zu wohnen und sich an die Routinen ihrer Eltern anzupassen.

Der Grund für Hannas Zusammenbruch wird nicht explizit genannt. Selbst Hanna kann nicht den Gedanken zulassen, der sie so schmerzt. Durch Aussagen und Begegnungen, die sie triggern und für Heulkrämpfe, Schweißausbrüche und Schlafstörungen sorgen, wird der Auslöser für ihr Trauma die/ dem LeserIn auf schmerzhafte Weise bewusst.

Die Tabuisierung des "Themas" zeigt die heillose Überforderung von Eltern und Freunden. Hanna erhält zwar mit der Rückkehr nach Lüneburg die Geborgenheit eines Zuhauses, ist aber dennoch auf sich allein gestellt. Zudem ist das Gefühl des Versagens virulent, wenn nichts mehr anderes übrig bleibt, als von Berlin zu den alternden Eltern zu ziehen, die sich durch die Anwesenheit ihres Kindes in ihren gewohnten Abläufen gestört fühlen.

Die Erzählung wirkt lebensecht und trotz der Trauer, die in Hanna steckt, unfreiwillig komisch, wenn Hanna hinsichtlich ihrer körperlichen Befindlichkeiten oder den nüchternen Blick auf ihre biedere Heimatstadt kein Blatt vor den Mund nimmt. Ihr neuer Alltag, so ereignislos er auch sein mag, wird lebendig und unterhaltsam geschildert. Hanna ist eine nahbare Person, in die man sich sehr gut hineinversetzen kann, insbesondere als sie im weiteren Verlauf der Handlung ihre Gefühle zulässt. Traurigkeit, Scham und Frust bis hin zu Zerstörungswut ringen in Hanna, die sich nicht wahrgenommen fühlt, aber auch niemandem zur Last fallen möchte.

Eine Pause ist das, was Hanna braucht und was sie erst lernen muss, sich einzugestehen. Die Geschichte ist ehrlich, zeitgemäß und hat ein hohes Identifikationspotenzial, schließlich kann jede an einen Punkt gelangen, an dem sie nicht mehr weiter weiß.
Der Roman handelt eindrücklich und ungeschönt ehrlich von Trauer, Einsamkeit und mentaler Gesundheit und zeigt, wie schwer der Umgang damit Betroffenen selbst, aber auch den Angehörigen, fällt.