Dieses Buch kann man fühlen

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reisende Avatar

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Zunächst möchte ich das wunderschön gestaltete Cover erwähnen: Die Schrift ist so tief in das weiche Papier geprägt, dass man geneigt ist, ständig darüber streicheln zu wollen. Sensationell!

"Pause" von Lena Kupke ist jetzt kein besonders tiefsinniger Roman, aber eines ist der Roman zu 100% : einfühlsam gut werden hier die Nöte einer jungen Frau in einem Ausnahmezustand beschrieben.
Dazu das Elternhaus, in das die Protagonistin wegen ihrer Krise gezwungen ist, zurückzukehren.
Die Unfähigkeit mit den Eltern und der Schwester zu reden. Keiner in dieser Konstelation kann offen mit Konflikten umzugehen. Die Hilflosigkeit der Eltern, die diese mit Platitüden überspielen. Wer kennt das nicht? Das bleiernde Schweigen, niemanden zur Last fallen zu wollen, die Einsamkeit, die dadurch entstehen kann, verbunden mit dem Unverständnis, welches man bei den anderen wähnt. Und dann die stechende Eifersucht, wenn man Liebe, Zuneigung und Verständnis so dringend braucht, aber andere von der Mutter bekommen. All das beschreibt Kupke sehr feinsinnig und detailliert, so dass man wirklich mitfühlen kann. Die Charaktere sind allesamt nahbar und lebensecht beschrieben. Von mir gibt es eine Leseempfehlung.
Und: Alles wird gut - denn bei aller Hoffnungslosigkeit wird eine Pause davon gefunden.