Eine heilsame Zwangspause

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emmmbeee Avatar

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Ein schwerer gesundheitlicher Zusammenbruch bringt Hanna wieder zurück zu ihren Eltern nach Lüneburg, weg von ihrer zweiten Heimat Berlin, weg von einer wackligen Beziehung. Er wirft sie auch in die Gefühlswelt eines jungen Mädchens zurück, obwohl sie über Dreißig ist.
Zu diesem Zusammenbruch kommt auch noch, dass Hanna ihren Job in Rekordzeit verliert und ihr Freund Paul mit ihr Schluss macht. Zur Verzweiflung trägt ebenfalls bei, dass weder ihre Familie noch ihre Freundinnen sie zu verstehen scheinen. Einzig ihre Nachbarin Helen und die konsultierte Ärztin bringen das nötige Mitgefühl auf. Und noch jemand kann sie positiv beeinflussen und ihr einen Schritt weiterhelfen.
Immer wieder Tränen und Alkohol, Trotzphasen, Heimlichkeiten, … Sie zählt unwillkürlich die Adverbien, wenn sie in der längeren Aussage einer Person mehrmals vorkommen, sie fühlt sich in ihrem Elternhaus wieder wie ein Teenager.
Kein Wunder, wenn jede ehrliche Kommunikation scheitert, gerade dann, wenn es in der Familie daran schon immer gefehlt hat. Doch wer schon einmal in Hannas Lage war, weiß ganz genau, was so viele Schläge auf einmal mit einem Menschen machen können, der sich so sehr nach Nähe und Verstehen sehnt. Da hilft auch das Kuscheltier nur für kurze Zeit.
Lena Kupke schreibt in einem Ton, der passgenau das Alter aufnimmt, in das Hanna vorübergehend zurückgeworfen worden ist. Sie zeigt auf, wohin uns eine Krise führen kann, wie man sich darin fühlt, aber auch einige mögliche Lösungen. Schritt für Schritt durchleben wir mit Hanna sowohl die Tiefen als auch das allmähliche Emportauchen aus dem Blues.
Ich selbst habe lange gebraucht, um in diesen Roman hineinzufinden. Dann aber war das Lesen kein Spaziergang, und ich habe beim Lesen nie mehr als 50 Seiten am Stück durchgehalten. Es hat mich sehr ermüdet und mehr bedrückt als unterhalten. Trotz der wenigen Humor-Einsprengseln.
Auch hätte ich gern die Bedeutung einiger englischer Ausdrücke zumindest annähernd erklärt bekommen. Andrerseits hat die Lektüre mich zum Nachdenken darüber, wie das bei mir und meiner eigenen Familie ist, angeregt. Doch bis zuletzt wird verschwiegen, was Hanna denn nun eigentlich bei diesem Zusammenbruch passiert ist. Ein Abortus wird vage angedeutet, aber es muss viel mehr sein. Oder viel weniger, denn darauf kommt es letztendlich nicht an.