Mach mal eine Pause

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„Pause“ von Lena Kupke besticht mit einem schönen Buchcover, das in mir schon etwas wie eine Pause, ein Innehalten um dieses Bild genauer zu betrachten, erzeugt hat. Gleichzeitig ist es durch die Grundfarbe orange auch wie ein Warnsignal - das Buch schreit einem schon fast entgegen „mach eine Pause“. Titel und Inhalt passen so gesehen gut dazu, denn unsere Protagonist Hanna braucht ganz dringend eine Pause und das zeigt ihr Körper ihr deutlich mit Warnsignalen wie plötzliche Ohnmacht.
Hanna war für mich keine Protagonistin, mit der ich schnell warm wurde oder die ich sogar sympathisch fand. Bei mir entstand beim Lesen ein ambivalentes Gefühl zu ihr: Einerseits hatte ich Verständnis für ihr Verhalten, weil sie viel durchgemacht hat und einiges verarbeiten muss; Anderseits hat mich ihre Art genervt, da ich sie in ihren Äußerungen und ihrem Handeln wenig stringent wahrgenommen habe.
Lena Kupke lässt die großen Themen, die Hanna zu ihrer Ausnahmesituation führen über die komplette Romanlänge im Hintergrund mitschwingen, ohne ihnen einen Namen zu geben. Diese Sprachlosigkeit und das nicht-kommunizieren, das Hannas Familie auch gekonnt praktiziert, ist hier als passendes Stilmittel verwendet worden. Und trotzdem hat es bei mir den Eindruck hinterlassen, dass es der Geschichte die Tiefgründigkeit nimmt und alles oberflächlich bleibt. Zudem hat mir im Verlauf auch immer mehr die Entwicklung der Charakter, vor allem von Hanna und ihrer Familie, gefehlt. Generell hat der Roman eine eher bedrückende Grundstimmung und die betont coole Sprache mit vielen englischen Begriffen war nicht mein Fall.
Ein gut lesbarer Debütroman, der mich leider nicht abgeholt hat.