Pause nehmen!
„Pause“ nehmen lohnt sich immer - und das hier im doppelten Sinne! Denn man sollte sich wirklich eine Pause nehmen, um Lena Kupkes Roman zu lesen und zu genießen. Es ist ein wunderbares Buch, das genau die richtige Balance zwischen ernsteren Themen und dabei einem gleichzeitig heiteren Ton findet, sodass man zwar zum Nachdenken gebracht aber nie runtergezogen wird.
Protagonistin und Ich-Erzählerin Hanna zieht nach einem Zusammenbruch wieder bei ihren Eltern ein und muss sich so nicht nur von einem Leben als selbstständige junge Frau zu dem einer umpflegten Tochter gewöhnen, sondern kämpft auch mit dem Kontrast zwischen ihrem aufregenden Berliner Großstadtleben und der eher biederen, dörflichen Atmosphäre ihres Heimatortes. Jetzt ist erst einmal „Pause“ vom gewohnten Alltag angesagt, womit Hanna hadert. Sie benimmt sich teilweise wieder wie ein trotziger Teenager und es ist ein großer Spaß zu lesen, wie sie aus ihrer Perspektive die familiären Strukturen und Personen lebhaft und ironisch beschreibt. Es wirkt wie aus dem wahren Leben gegriffen und Hanna ist dem Leser sehr nah; quasi wie eine gute Freundin, die mit einem plaudert.
Die Autorin hat aber nicht nur die Erzählstimme authentisch ausgearbeitet, sondern auch die Figuren überzeugend dargestellt. Die indirekte Charakterisierung durch ihre Taten, Worte und Hannas Beschreibungen sind eine große Stärke des Romans, denn die Figuren bekommen Profil, werden rund und schlüssig und wirken nicht wie bloße Schablonen. Jeder und jede ist individuell dargestellt mit ihren ganz persönlichen Macken und Gewohnheiten. Besonders die leicht esoterische, dauernd plappernde Mutter fand ich lustig, aber auch alle anderen sind echte „Typen“ mit Wiedererkennungswert.
Ebenso wie Hannas Erzählstimme wirken auch die Dialoge authentisch und alltagsnah. Das Buch ist in einem modernen Ton erzählt, wozu passt, dass die Autorin häufig Anglizismen verwendet und Markennamen/popkulturelle Elemente einbindet, die einem selbst im Alltag begegnen. So manches Mal musste ich schmunzeln, weil ich mich selbst in einigen Situationen wiedererkannt habe. Das Buch und die Personen kommen einem so jedenfalls sehr nah und es gelingt leicht, eine Beziehung zum Ganzen aufzubauen und das Buch „lieb zu haben“. Ähnlich ging es mir z.B. bei Büchern von Caroline Wahl.
Bindungen sind sowieso ein Thema des Romans, da Hanna sich damit auseinandersetzen muss, wer ihre wahren Freunde sind und wer nicht. Sind es die hippen, lauten Berliner mit denen sie sonst immer großen Spaß hat oder doch eher die stilleren Freunde in ihrem Heimtatort, die für Hanna in den letzten Jahren eher am Rande existierten und leicht in Vergessenheit geraten? Welche Beziehungen sind tiefer, nicht nur oberflächliche Bekanntschaften und wichtiger in Notsituationen? Stille Dinge oder Personen hört man im lauten Alltagsrauschen zwar oft nicht, aber sie sind da und bilden eine verlässliche Basis, weswegen man sie auch beachten sollte - sowohl als eigene Ressource als auch dann, wenn jemand wie Hanna im Stillen leidet und Hilfe braucht.
Eine Pause zum Durchatmen hilft dabei, sich darauf zurückzubesinnen und auch Lena Kupkes Roman „Pause“ erinnert uns daran! Das Finale des Buchs weist ganz besonders auf den eben erwähnten Kontrast hin und schließt einen Kreis zum Beginn, wo Hanna noch in eine stille Ohnmacht verfällt. Am Ende hat sich die Pause, das Innehalten und Rückbesinnen für sie gelohnt und ebenso lohnt es sich auf alle Fälle, sich selbst eine Pause für die Lektüre von „Pause“ zu nehmen. Uneingeschränkte Empfehlung!
Protagonistin und Ich-Erzählerin Hanna zieht nach einem Zusammenbruch wieder bei ihren Eltern ein und muss sich so nicht nur von einem Leben als selbstständige junge Frau zu dem einer umpflegten Tochter gewöhnen, sondern kämpft auch mit dem Kontrast zwischen ihrem aufregenden Berliner Großstadtleben und der eher biederen, dörflichen Atmosphäre ihres Heimatortes. Jetzt ist erst einmal „Pause“ vom gewohnten Alltag angesagt, womit Hanna hadert. Sie benimmt sich teilweise wieder wie ein trotziger Teenager und es ist ein großer Spaß zu lesen, wie sie aus ihrer Perspektive die familiären Strukturen und Personen lebhaft und ironisch beschreibt. Es wirkt wie aus dem wahren Leben gegriffen und Hanna ist dem Leser sehr nah; quasi wie eine gute Freundin, die mit einem plaudert.
Die Autorin hat aber nicht nur die Erzählstimme authentisch ausgearbeitet, sondern auch die Figuren überzeugend dargestellt. Die indirekte Charakterisierung durch ihre Taten, Worte und Hannas Beschreibungen sind eine große Stärke des Romans, denn die Figuren bekommen Profil, werden rund und schlüssig und wirken nicht wie bloße Schablonen. Jeder und jede ist individuell dargestellt mit ihren ganz persönlichen Macken und Gewohnheiten. Besonders die leicht esoterische, dauernd plappernde Mutter fand ich lustig, aber auch alle anderen sind echte „Typen“ mit Wiedererkennungswert.
Ebenso wie Hannas Erzählstimme wirken auch die Dialoge authentisch und alltagsnah. Das Buch ist in einem modernen Ton erzählt, wozu passt, dass die Autorin häufig Anglizismen verwendet und Markennamen/popkulturelle Elemente einbindet, die einem selbst im Alltag begegnen. So manches Mal musste ich schmunzeln, weil ich mich selbst in einigen Situationen wiedererkannt habe. Das Buch und die Personen kommen einem so jedenfalls sehr nah und es gelingt leicht, eine Beziehung zum Ganzen aufzubauen und das Buch „lieb zu haben“. Ähnlich ging es mir z.B. bei Büchern von Caroline Wahl.
Bindungen sind sowieso ein Thema des Romans, da Hanna sich damit auseinandersetzen muss, wer ihre wahren Freunde sind und wer nicht. Sind es die hippen, lauten Berliner mit denen sie sonst immer großen Spaß hat oder doch eher die stilleren Freunde in ihrem Heimtatort, die für Hanna in den letzten Jahren eher am Rande existierten und leicht in Vergessenheit geraten? Welche Beziehungen sind tiefer, nicht nur oberflächliche Bekanntschaften und wichtiger in Notsituationen? Stille Dinge oder Personen hört man im lauten Alltagsrauschen zwar oft nicht, aber sie sind da und bilden eine verlässliche Basis, weswegen man sie auch beachten sollte - sowohl als eigene Ressource als auch dann, wenn jemand wie Hanna im Stillen leidet und Hilfe braucht.
Eine Pause zum Durchatmen hilft dabei, sich darauf zurückzubesinnen und auch Lena Kupkes Roman „Pause“ erinnert uns daran! Das Finale des Buchs weist ganz besonders auf den eben erwähnten Kontrast hin und schließt einen Kreis zum Beginn, wo Hanna noch in eine stille Ohnmacht verfällt. Am Ende hat sich die Pause, das Innehalten und Rückbesinnen für sie gelohnt und ebenso lohnt es sich auf alle Fälle, sich selbst eine Pause für die Lektüre von „Pause“ zu nehmen. Uneingeschränkte Empfehlung!