Pause – vorübergehendes Aufhören oder kurzzeitige Unterbrechung?

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gurkensuppe Avatar

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Das Buch beginnt rasant: die Hauptfigur Hanna erwacht in der Notaufnahme einer Klinik. Sie hatte während einer beruflichen Präsentation offenbar eine Panikattacke und ist kollabiert.
Nach dieser Notbremse landet sie überraschend mit Mitte 30 wieder im Elternaus einer norddeutschen Kleinstadt. Die besorgten Eltern stehen allerdings recht hilflos vor dieser neuen Situation und sind hauptsächlich mit sich selbst und ihren routinierten Tagesabläufen beschäftigt. Sie sehen in Hanna noch immer das kleine Kind mit entsprechenden „kleinen“ Problemen. Geredet wird in der Familie oft in oberflächlichen Monologen mit wenig Platz für ernsthafte und tiefgründige Gespräche. Und so wird aneinander vorbeigeredet. Jeder scheint in seiner Welt zu leben und das familiäre Miteinander wird nach Plan organisiert.

Ohne den Auslöser der Panikattacke wirklich genau zu benennen, ahnt man als Leser schnell, dass es sich um eine oder sogar mehrere Fehlgeburten oder Totgeburten handeln könnte.

Der durch die Panikattacke erzwungene räumliche Abstand zu ihrem Partner in Berlin führt zu einer scheinbar längst überfälligen Trennung des Paares. Beide haben den Schicksalsschlag unterschiedlich schwer verkraftet und verarbeitet. Sie waren offenbar nicht in der Lage darüber miteinander zu reden und den Trauerprozess gemeinsam zu bewältigen.

Diese Sprachlosigkeit zieht sich durch das gesamte Buch und manchmal möchte man die Figuren auffordern, endlich offen miteinander zu sprechen und einander zuzuhören.

Der abschließende Satz bringt alles auf den Punkt: Manchmal muss alles kaputtgehen, damit man etwas Neues bauen kann.

Und macht Mut für einen Neuanfang.