Plötzlich wieder Kind

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maluli Avatar

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'Es ist der 6. Juli, und ich stecke mit sechsunddreiẞig in einem zu kleinen Nachthemd meiner Mutter in dem Zimmer, das mal mein Kinderzimmer war, neben einem übergroẞen Drucker und habe immer noch meinen vollgepinkelten ausgeleierten String an. Was für ein Tag!'
Die Ausgangslage dieses Romans ist alles andere als schön. Hanna, die sich eigentlich ein Leben in Berlin aufgebaut hat, wohnt plötzlich wieder wie eine Jugendliche bei ihren Eltern in Lüneburg.
Bei näherem Hinsehen war ihr Leben in Berlin aber gar nicht mal so toll: ein unsensibler Trottel als Partner, illoyale Arbeitskolleginnen, oberflächliche Freundinnen. Und ein nicht verarbeitetes Trauma.
Ja und jetzt sitzt sie nun wieder bei den Personen, die zum Glück immer zu ihr halten und die dennoch (besonders die Mutter) gar nicht mal so leicht zu ertragen sind. Hanna verfällt zunächst in die Rolle eines kleinen Kindes und stolpert über alle Unaussprechlichkeiten der Familie, doch nach und nach holt sie sich ihre Handlungskraft zurück.
Dieses Buch hat mich zunächst durch das schöne Cover aufmerksam gemacht, weiterhin konnte ich mich (leider) relativ gut mit Hanna identifizieren. Vielleicht, aber nicht nur deswegen, konnte ich "Pause" nicht aus der Hand legen. Das Buch ist voller Cringe, Humor und manchmal auch Tragik. Es ist schonungslos ehrlich und tatsächlich sehr authentisch. Es geht um Familiendynamiken, psychische Gesundheit, Freundschaft, Befreiung und vieles mehr. Ein Roman, der unterhaltsam und tiefgründig zugleich ist und den ich unbedingt weiterempfehlen möchte.