Sprachlos
Hanna erleidet einen Zusammenbruch und wird von einer Notärztin ins Krankenhaus eingewiesen. Und obwohl die Ärztin ihr rät, zumindest über Nacht dort zu bleiben, weil es ihr seelisch und körperlich nicht gut geht, verlässt sie auf eigenen Wunsch das Krankenhaus. Allerdings holt nicht ihr Freund Paul sie ab, sondern ihre Eltern und nehmen sie mit zu sich nach Hause.
Lena Kupkes Roman konnte mich nicht wirklich überzeugen. Das lag vor allem an den handelnden Personen:
Eine Protagonistin, die sich mit Notlügen durch alle Situationen durchhangelt,
die Eltern und die Schwester, die den ganz offensichtlich schlechten seelischen Zustand ihrer Tochter bzw. Schwester totschweigen, anstatt mit ihr zu reden oder sie zum Reden zu animieren
und dann noch der Lebenspartner Paul, der sich nicht einmal ansatzweise Sorgen macht, dass Hanna im Krankenhaus gelandet ist.
Und dann trifft sie Alexander, der - ganz das Gegenteil - angeblich so gar keine Fehler und für alles, wirklich alles Verständnis hat. Hier war es mir eindeutig zu viel des Guten.
Die einzigen Lichtblicke sind die Hausärztin Frau Polten und die Nachbarin Helen.
Alles in allem konnte mich die Geschichte nicht überzeugen, weil mir hier zu viele Klischees (Großstadt = toll, Kleinstadt = hinterwäldlerisch) bedient werden und ich es für unwahrscheinlich halte, dass der Aufenthalt in einer einsamen Waldhütte bei so einem seelischen Tief heilsam sein soll. Und zum Schluss kann ich nur empfehlen, das Buch nicht zu lesen, wenn man sich selbst in einem Stimmungstief befindet.