Vom erzwungenen Stillstand zur selbstbestimmten Auszeit

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Pause - diese legt Hanna im gleichnamigen Roman von Lena Kupke eher widerwillig ein. Bis zum Schluss. Denn was bedeutet Pause? Stillstand, Unterbrechung, Warten, Langeweile? Oder Erholung, Freizeit, Freiheit, Spaß? Für Hanna scheint es zunächst ersteres zu sein. Eine Pause, in die sie auch ihr Umfeld zwingt, denn diese entzieht und entsagt Hanna ein Stückweit die Chance, aus dem Verharren und der Starre herauszukommen. Um sich die Erholung zu gönnen, die sie eigentlich benötigt, nach der ihr Körper schreit, wie der Zusammenbruch zu Beginn des Romans zeigt, muss Hanna sich zunächst mit einigem auseinandersetzen.

Ein komplexes Spannungsfeld von inneren Vorgängen wie Eingeständnissen, Selbsterkennen, Ehrlichkeit und Aushalten können gepaart mit äußeren Umständen wie Arbeit, Freunde, Familie und Beziehungen. Erzählt wird ruhig und zurückhaltend, durch kleine Beobachtungen, beiläufigen Gedanken und zwischenmenschlichen Momenten. Dadurch werden Themen wie mentale Erschöpfung, Einsamkeit und das Bedürfnis nach Rückzug feinfühlig in Szene gesetzt. Die Leserschaft erfährt, wie kompliziert es sein kann, sich inmitten von Verpflichtungen und Erwartungen nicht zu verlieren.

So ist Pause ein stiller, kluger und emotional eindringlicher Roman, der mich von Anfang an für sich gewinnen konnte. Ein Roman, der durch seine ruhige, ehrliche Art Trost und Kraft spendet.