Nur mit Hund komplett
Brian Sewell: Penny, Prince und Ginny. Die Hunde meines Lebens
Nachdem er sein Leben der Kunst und Kunstkritik gewidmet hat, schrieb der legendäre britische Kolumnist und Kunstkritiker Brian Sewell (1931-2015) ein Buch über seine Hunde. In “Sleeping with dogs” 2013 erschienen, 2026 ins Deutsche übersetzt als “Penny, Prince und Ginny“ verrät der englische Titel schon Sewells intensive Nähe zu seinen geliebten Vierbeinern.
Wenn man zu seinen besten Freunden Bellfreudige mit vier Beinen und einer wedelnden Rute zählt, dann wird einen das Buch von Brian Sewell bestimmt begeistern. Ja, es tauchen auch ein paar Katzen auf, die die Tierliebe des Autors nur unterstreichen.
Ich muss zugeben, dass mir der Name Sewell vorher gänzlich unbekannt war. In diesem Buch gibt er auch relativ wenig über seinen Werdegang als bekannter Kunstkritiker preis. Stattdessen erzählt er über all seine Hunde, mit denen er sein über 80 Jahre währendes Leben (und auch sein Bett) geteilt hat. Auf 17 vierbeinige Begleiter*innen konnte er am Ende zurückblicken, deren Lebenslauf jeweils ein Kapitel zugewiesen wurde.
Sewell hatte in seiner Kindheit Zeiten von Armut erlebt. Prägend blieb aber vor allem die Erinnerung an seinen ersten Hund namens Prince. Den liebte er sehr, bis sein Stiefvater ihn angesichts des Kriegsanfangs 1939 aus Bedenken wegen der bevorstehenden Zeiten erschoss. Das hat das Kind Brian traumatisiert. Sein einziger Wunsch zu Geburtstagen oder Weihnachten war danach, wieder einen eigenen Hund haben zu dürfen. Für eine halbe Krone holt er sich dann nach Kriegsende einen Welpen, einen Terrier.
Tatsächlich hat er im Lauf seines Lebens nur für zwei seiner Hunde etwas bezahlt. Kaum welche hatten einen Stammbaum. Die Mehrzahl der Hunde, die ihn im Laufe der Jahre begleiten sollten, stammten aus dem Tierschutz, über deren Rettung wir hier erfahren - Mischlinge, von den Vorbesitzern verstoßen, oder von einem leidenschaftlichen Tierarzt gerettet und ihm anvertraut.
Meistens lebten mehrere Hunde im Sewell’schen Haushalt, denn er hielt Drei für die perfekte Zahl für eine Hundegemeinschaft.
Einige Jahre lang lebte seine alte Mutter mit ihm, aber seine wahre Familie scheinen immer die Hunde gewesen zu sein. Selbst sein Umgang mit den sterblichen Überresten seiner Fellnasen, war sehr persönlich und voller Verehrung (für manch eine/n vermutlich auch etwas zu übertrieben oder exzentrisch).
Es ist bewundernswert, wie der Autor nach all den Jahrzehnten in seiner Erinnerung zurückgehen kann und über die besonderen Persönlichkeiten, (Un-)Taten und selbst kleinste Eindrücke von Fell und Haut wieder berichten kann. Manche der Erlebnisse mit seinen Vierbeinern können vielleicht nur Hundeliebhaber*innen ohne ein Kopfschütteln, sondern mit einem Schmunzeln aufnehmen. Andere würden sich eher bestätigt fühlen, sich lieber keinen Hund ins Haus zu holen. Aber ich bezweifele, dass jemand, der keine Hunde mag, sich so weit in die Geschichte vertieft.
Auch wenn nicht jeder Hundemensch seinen Vierbeiner mit ins Bett lässt, ihn am Tisch füttert oder ihm sofort verzeiht, wenn er wertvolle Buchschätze zerlegt. Aber man kann es irgendwie schmunzelnd nachvollziehen. Brian Sewell konnte eben sehr tolerant sein gegenüber einer Bandbreite verschiedenster Hunde und ihrer teils sehr speziellen Eigenarten.
Sewell schreibt sehr warmherzig, mit Humor, zart und doch auch leidenschaftlich. Immer wieder offenbart es ein tiefes Verständnis den Tieren gegenüber. Diese teilweise exzentrische, eigenwillige Liebe zu Hunden, die von den wüsten Welpenzeiten, über so manche wilde Episode bis in Krankheit, Alter und Tod reicht, wird so hingebungsvoll beschrieben, dass man auch den Autor mit ins Herz schließen muss.
Oft musste ich beim Lesen wissend schmunzeln (schließlich leben auch hier seit 25 Jahre ein oder mehrere Hunde im Haushalt), lachen, aber auch schwer schlucken. Schließlich kann ich seine Gefühle beim Verlust eines Hundes nur zu gut nachvollziehen. Denn auch diese schweren Zeiten lässt Sewell nicht aus.
Das Cover verspricht schon sehr feine Illustration von Sally Ann Lasson, die sich über das Buch verteilen. Was mir am Ende doch fehlt, sind ein paar Fotos, die noch eine genauere Vorstellung der Vierbeiner schenken könnten, die einen beim Lesen sehr ans Herz wachsen.
Ein herrliches Buch für alle Hundefans.
Nachdem er sein Leben der Kunst und Kunstkritik gewidmet hat, schrieb der legendäre britische Kolumnist und Kunstkritiker Brian Sewell (1931-2015) ein Buch über seine Hunde. In “Sleeping with dogs” 2013 erschienen, 2026 ins Deutsche übersetzt als “Penny, Prince und Ginny“ verrät der englische Titel schon Sewells intensive Nähe zu seinen geliebten Vierbeinern.
Wenn man zu seinen besten Freunden Bellfreudige mit vier Beinen und einer wedelnden Rute zählt, dann wird einen das Buch von Brian Sewell bestimmt begeistern. Ja, es tauchen auch ein paar Katzen auf, die die Tierliebe des Autors nur unterstreichen.
Ich muss zugeben, dass mir der Name Sewell vorher gänzlich unbekannt war. In diesem Buch gibt er auch relativ wenig über seinen Werdegang als bekannter Kunstkritiker preis. Stattdessen erzählt er über all seine Hunde, mit denen er sein über 80 Jahre währendes Leben (und auch sein Bett) geteilt hat. Auf 17 vierbeinige Begleiter*innen konnte er am Ende zurückblicken, deren Lebenslauf jeweils ein Kapitel zugewiesen wurde.
Sewell hatte in seiner Kindheit Zeiten von Armut erlebt. Prägend blieb aber vor allem die Erinnerung an seinen ersten Hund namens Prince. Den liebte er sehr, bis sein Stiefvater ihn angesichts des Kriegsanfangs 1939 aus Bedenken wegen der bevorstehenden Zeiten erschoss. Das hat das Kind Brian traumatisiert. Sein einziger Wunsch zu Geburtstagen oder Weihnachten war danach, wieder einen eigenen Hund haben zu dürfen. Für eine halbe Krone holt er sich dann nach Kriegsende einen Welpen, einen Terrier.
Tatsächlich hat er im Lauf seines Lebens nur für zwei seiner Hunde etwas bezahlt. Kaum welche hatten einen Stammbaum. Die Mehrzahl der Hunde, die ihn im Laufe der Jahre begleiten sollten, stammten aus dem Tierschutz, über deren Rettung wir hier erfahren - Mischlinge, von den Vorbesitzern verstoßen, oder von einem leidenschaftlichen Tierarzt gerettet und ihm anvertraut.
Meistens lebten mehrere Hunde im Sewell’schen Haushalt, denn er hielt Drei für die perfekte Zahl für eine Hundegemeinschaft.
Einige Jahre lang lebte seine alte Mutter mit ihm, aber seine wahre Familie scheinen immer die Hunde gewesen zu sein. Selbst sein Umgang mit den sterblichen Überresten seiner Fellnasen, war sehr persönlich und voller Verehrung (für manch eine/n vermutlich auch etwas zu übertrieben oder exzentrisch).
Es ist bewundernswert, wie der Autor nach all den Jahrzehnten in seiner Erinnerung zurückgehen kann und über die besonderen Persönlichkeiten, (Un-)Taten und selbst kleinste Eindrücke von Fell und Haut wieder berichten kann. Manche der Erlebnisse mit seinen Vierbeinern können vielleicht nur Hundeliebhaber*innen ohne ein Kopfschütteln, sondern mit einem Schmunzeln aufnehmen. Andere würden sich eher bestätigt fühlen, sich lieber keinen Hund ins Haus zu holen. Aber ich bezweifele, dass jemand, der keine Hunde mag, sich so weit in die Geschichte vertieft.
Auch wenn nicht jeder Hundemensch seinen Vierbeiner mit ins Bett lässt, ihn am Tisch füttert oder ihm sofort verzeiht, wenn er wertvolle Buchschätze zerlegt. Aber man kann es irgendwie schmunzelnd nachvollziehen. Brian Sewell konnte eben sehr tolerant sein gegenüber einer Bandbreite verschiedenster Hunde und ihrer teils sehr speziellen Eigenarten.
Sewell schreibt sehr warmherzig, mit Humor, zart und doch auch leidenschaftlich. Immer wieder offenbart es ein tiefes Verständnis den Tieren gegenüber. Diese teilweise exzentrische, eigenwillige Liebe zu Hunden, die von den wüsten Welpenzeiten, über so manche wilde Episode bis in Krankheit, Alter und Tod reicht, wird so hingebungsvoll beschrieben, dass man auch den Autor mit ins Herz schließen muss.
Oft musste ich beim Lesen wissend schmunzeln (schließlich leben auch hier seit 25 Jahre ein oder mehrere Hunde im Haushalt), lachen, aber auch schwer schlucken. Schließlich kann ich seine Gefühle beim Verlust eines Hundes nur zu gut nachvollziehen. Denn auch diese schweren Zeiten lässt Sewell nicht aus.
Das Cover verspricht schon sehr feine Illustration von Sally Ann Lasson, die sich über das Buch verteilen. Was mir am Ende doch fehlt, sind ein paar Fotos, die noch eine genauere Vorstellung der Vierbeiner schenken könnten, die einen beim Lesen sehr ans Herz wachsen.
Ein herrliches Buch für alle Hundefans.