Über das Glück, sein Leben mit Hunden zu teilen
Wie sehr habe ich das Lesen von „Penny, Prince und Ginny: Die Hunde meines Lebens“ genossen! Ich liebe einfach dieses autobiografische Buch von Brian Sewell. Es ist eher mit 164 Seiten ein zartes „Büchlein“, erschienen im Insel Verlag, in Weiß gehalten, und nur dezent wunderschön optisch angereichert mit schwarzen Zeichnungen/Skizzen/Illustrationen von Sally Ann Lasson. Der Autor, der 2015 im Alter von 84 Jahren verstarb, war Zeit seines Lebens ein berühmter aber umstrittener Kunstkritiker und Kolumnist Großbritanniens und als leidenschaftlicher Hunde- und Tierfreund bekannt. Und das verspürt man mit jeder Zeile in diesem wundervoll geschriebenen Buch! Voller Liebe beschreibt der Schriftsteller sein Leben, in dessen Zentrum seit seiner frühesten Kindheit immer Hunde standen. Meist waren es bedürftige Tiere, die Brian Sewell aufnahm, entweder rein zufällig in einem Park fand, oder gar während eines Türkei-Urlaubes. Nie waren ihm dann die Hürden zu hoch, ein Tier in seine Obhut zu nehmen, auch wenn es teils sehr hohe waren. Sewell beschreibt voller Leidenschaft und minutiös seine Erlebnisse, die Charakterzüge der Tiere, ihre Aufzucht, wie sie trächtig wurden, Junge bekamen, mit ihm sein Bett teilten, ihm bei Krankheit nicht von der Seite wichen oder aber selber krank und altersschwach wurden. Ein jedes seiner Tiere mit all seinen Eigenschaften wird so genau beschrieben - charakterlich wie äußerlich- dass ich mir jedes Mal eine sehr genaue Vorstellung von ihnen machen konnte. Vom edlen Whippet über den wachsamen Schäferhund, den imposanten Boxer oder den agilen Jack Russell bis zum Mischling, – meist waren es ausgesetzte, hilflose, verletzte, Hunde, oder solche, die niemand haben wollte und die vor sich dahindämmerten im Tierheim. Brian Sewell hat sie alle geliebt, und um jedes Tier getrauert, das er verabschieden musste. Einen Großteil seiner Tiere hat er in seiner Nähe auf seinem Grundstück beerdigt und bei Umzügen sogar umgebettet. Es gab Schönes wie Trauriges, zuhauf einfach herzerwärmende Situationen, die mich so manches Mal zum Weinen oder aber zum herzhaften Lachen gebracht haben. Dieses Buch ist einfach ein „Muss“ für jeden Hundelieber. Vor allem die Art zu Schreiben von Sewell hat mir gut gefallen, so ehrlich, so persönlich, nicht übertrieben und dennoch intensiv, mit einer Prise Humor versetzt - man merkt einfach die tiefe Verbindung des Autors zu seinen Erlebnissen mit den Tieren. Schön fand ich, dass Sewell jedem Hund ein eigenes Kapitel widmet. Man erfährt sogar ganz genau, warum welches Tier einen bestimmten Namen bekam, welche Eigenschaften es besaß und welch kuriosen Anekdoten Sewell mit diesem erlebt hat. Wie oft ich da lauthals lachen musste, zu köstlich, wie der Autor da einige Situationen beschreibt. Seine scharfe Beobachtungsgabe und die tiefe Verbundenheit zu jedem einzelnen Hund sprechen Bände! Ja, Hunde sind die besseren Menschen. Ich danke Brian Sewell für dieses schöne Werk. Stilistisch, inhaltlich und optisch finde ich es einfach wunderschön, dieses Buch wurde wirklich mit Liebe „gemacht“! Fünf Sterne daher!