Freundschaft oder Liebe?

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
regenprinz Avatar

Von

Die Ausgangssituation des Romans fand ich spannend. Ausgerechnet als Nora, die niemals heiraten wollte, zu ihrem langjährigen Partner Robin gleich dreimal Ja gesagt hat, taucht ihr Jugendfreund Bren wieder auf. Als Nachbarskinder sind sie zusammen aufgewachsen, ihre Mütter sind heute noch eng befreundet. Doch nachdem Bren viele Jahre im Ausland verbracht hat, verwirrt er mit seiner plötzlichen Rückkehr nicht nur Nora. Da er sich seinen eigenen Gefühlen und Erinnerungen nie wirklich gestellt hat, da manche Erlebnisse in seiner Vergangenheit dramatisch oder gar traumatisch waren, gerät er nun in die Zwickmühle, was seine Wünsche betrifft. Will er Noras Trauzeuge werden oder an eine zweite Chance für sich glauben?

Mir hat der Roman größtenteils gut gefallen. Ich mochte die wechselnden Perspektiven, aus denen die Geschichte erzählt wird. Der familiäre Hintergrund ist vielschichtig, entsprechend viel Raum nehmen Freya und Josie, die beiden Mütter von Nora und Bren ein. Ihre Figuren sind fast facettenreicher gestaltet als die eigentlichen Hauptcharaktere. Vor allem Robin war mir in seiner durchweg positiven, verständnisvollen Art einfach zu glatt. Die Episode mit dem Ring fand ich allerdings lustig.

Gegen Ende hin hat mich die Geschichte leider komplett verloren. Nachdem vieles lange in der Schwebe blieb, wirkte der Twist auf mich viel zu effekthascherisch. Bis dahin hatte mir die ruhige, nachdenkliche und eher verhaltene Handlung sowie Erzählweise des Romans zugesagt. Die Entwicklung kurz vor dem Ende empfand ich als Bruch, der meiner Meinung nach gar nicht nötig gewesen wäre.