Wenn das Leben andere Wege zeigt

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shilo Avatar

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Dieses Buch nimmt sich Zeit für seine Figuren. Viele Gedanken, Erinnerungen und unausgesprochene Gefühle bekommen Raum, ohne dass dabei ständig etwas Spektakuläres geschehen muss. Als Bren wieder in Noras Leben tritt und ihre Zukunft mit Robin ins Wanken gerät, entsteht eine Geschichte über verpasste Chancen, Sehnsüchte und die Frage, welcher Weg wirklich der richtige ist.
Vieles entwickelt sich langsam, was gut zu der Geschichte passt. Die Figuren wirken nicht perfekt und gerade dadurch glaubwürdig. Manche Entscheidungen sind nicht immer leicht nachzuvollziehen, gleichzeitig macht genau das ihren Reiz aus. Die Gefühle stehen deutlich im Mittelpunkt, bleiben dabei aber angenehm zurückhaltend. Dadurch entstehen viele ruhige Momente, die oft stärker wirken als große Dramatik.
Im Mittelpunkt steht die Verbindung zwischen Nora, ihrem langjährigen Freund Robin und Bren, der nach vielen Jahren plötzlich wieder auftaucht. Gerade dieser Konflikt zwischen Vertrautem und dem, was nie ganz vergessen wurde, trägt die Geschichte über weite Strecken. Interessant ist dabei, dass keine der Figuren nur richtig oder falsch handelt. Ihre Entscheidungen wirken nachvollziehbar, auch wenn sie nicht immer leicht zu verstehen sind. An manchen Stellen zieht sich die Handlung jedoch etwas, weil bestimmte Gedanken und Zweifel mehrfach aufgegriffen werden.
Die Geschichte lebt weniger von überraschenden Wendungen als von den leisen Zwischentönen. Nicht jede Passage fesselt gleichermaßen, dennoch bleibt das Schicksal der Figuren bis zum Schluss interessant. Vor allem die Fragen nach verpassten Möglichkeiten, dem richtigen Zeitpunkt und den Folgen früherer Entscheidungen bleiben noch eine Weile im Kopf. Eine ruhige, gefühlvolle Geschichte, die nicht auf große Effekte setzt.
Eine gute Wahl für alle, die charakterstarke Liebesgeschichten mit viel Gefühl und wenig Kitsch bevorzugen. 4 Sterne und eine Leseempfehlung.