Wenn die Vergangenheit vor der Tür steht

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rebeccawinter Avatar

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„People in Love“ von Claire Daverley wurde bei hanserblau als Paperback herausgegeben. Die umgeschlagenen Buchklappen zeigen Autoreninfo und Inhaltsangabe, inseitig wird die leicht abstrakte Landschaft der Buchdeckel weitergeführt. Es ergibt sich daraus nichts Neues, weder inhaltlich noch gestalterisch. Daher ist die Klappenbroschur in meinen Augen unnötig, vermittelt nur eine technische Qualität gegenüber einem einfachen Taschenbuch, die es nicht hat.
Die Liebesgeschichte einer Dreierbeziehung zwischen dem mehrjährigen Paar Robin und Nora, die vor ihrer Hochzeit stehen, sowie dem Jugendfreund Noras, Bren, ist vom Schreibstil her angenehm zu lesen. Nicht poetisch, nicht experimentell, in langen Schachtelsätzen oder ähnlichem. Entsprechend flott kam ich voran.
Der Handlungsfaden dreht sich im Wesentlichen um die Frage, verpasster Chancen und Möglichkeiten. Ist der Weg für den man sich entschieden hat oder in den man hineingerutscht ist, der Beste? Oder hätte man andere Entscheidungen treffen sollen? Ausgelöst wird dies im Roman durch das Auftreten des unsteten Bren, der überraschend vor Noras Türe steht. Er wird als unkonventioneller Abenteurer mit verletzter Seele dargestellt. Gegenspieler ist der gutherzige, solide Robin. Ach, Huckleberry Finn….. Oder ist man auf Dauer doch besser mit einem Tom Sawyer dran?...
Leider wird der Plot zunehmend unrealistischer. Mir gefällt auch die Charakterisierung der Personen nicht – viel zu einschichtig. Am Ende war ich etwas genervt von den vielen „Schlußszenen“.
Mir war es zu seicht, zu viel vordergründiger und vorhersehbarer Effekt. Schade, denn Claire Daverley kann so viel mehr, wie sie in ihrem erstklassigen Roman „Vom Ende der Nacht“ bewiesen hat.