Durchweg rasant und spannend

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PERFECT LITTLE MONSTERS wird als psychologischer YA-Thriller angeboten, sowohl die Aufmachung als auch der perfekt gewählte Titel ziehen mich unweigerlich in diese Story, von der ich zunächst weiß, dass Ella Moore, die in der Schule und als Kapitänin der Cheerleader den Ton angibt, auf ihrer eigenen Party ermordet wird und der Verdacht auf Dawn Foster fällt, die erst seit Kurzem an dieser Schule ist. Warum Dawn als Außenseiterin gilt, erschließt sich mir bald, auch lerne ich Naomi und Lucy, die engsten Vertrauten um Ella, näher kennen.

Den little monsters vorangestellt ist eine Triggerwarnung, die dann ausführlich auf der letzten Seite zu finden ist. So kann man selbst entscheiden, ob man diese Warnung um die Themen wie Mobbing – um nur eines herauszugreifen - vorab lesen will, dann aber logischerweise gespoilert wird. Da es sich hier um einen Thriller handelt und schon der Titel Böses ahnen lässt, liegt der Schluss nahe, dass zu zartbesaitete Leser an so einigen Vorkommnissen zu knabbern haben werden. Für mich als versierte Thriller-Leserin braucht es diese Warnung nicht unbedingt und doch finde ich gut, dass der Verlag darauf hinweist.

„Für alle Außenseiter: Ihr seid schön, ihr werdet geliebt.“ Dieser Satz ist der Story vorangestellt und wenn man weiterliest, weiß man diese Aussage einzuordnen. Los geht es mit einem Versteckspiel, das man noch nicht zuordnen kann und dann geht es zwei Monate zurück zu Dawn, deren Schicksal näher beleuchtet wird. Schon in ihrer alten Schule war sie bei den Cheerleadern unterwegs – ob sie hier ins für sie neue Team wieder hineinkommt? Was mir des Öfteren auffällt, sind es schon auch die ehrgeizigen Mütter, die von ihrer Cheerleader-Zeit noch heute begeistert sind, die ihre Töchter antreiben, es ihnen gleichzutun. Der Druck, den Eltern zu gefallen, scheint groß zu sein.

Nun, Dawn kommt sich anfangs ziemlich verloren vor. Sie sieht Raquel, die abseits der beliebten Mädchen steht, freundet sich mit Isaac an – auch er distanziert sich eher von der tonangebenden Truppe um Ella. Und dann lese ich von Hannah. Immer wieder sind es kurze Sequenzen, die von ihr erzählen. Ich meine irgendwann, sie zuordnen zu können, bin mir aber nicht sicher. Genau diese Unsicherheit, diese unterschwelligen Wahrnehmungen sind es, die mich vorangetrieben und mich durchweg haben rätseln lassen.

Oh ja, perfect little monsters sind sie wirklich. Böse, sehr böse sind sie – aber wer genau ist hier gemeint? Gut, die Truppe um Ella ist hinlänglich beschrieben, es kommt aber noch sehr viel niederträchtiger. Zwischen den Zeilen wird so einiges angedeutet, das ich erst zum Schluss ganz durchschaue. Genau das ist es, was mich an einem gut gemachten Thriller reizt, der mit so einigen, nicht vorhersehbaren Wendungen aufwartet, der rasant voranschreitet, der mit den Empfindungen gekonnt spielt. Zudem ist es der flüssige Schreibstil von Cindy R. X. He, der einen vorwärts treibt, der die Spannung hochhält und keine Längen entstehen lässt.

Diese PERFECT LITTLE MONSTERS haben mich perfekt unterhalten. Ein Thriller, der schnell gelesen ist, der neben Mobbing ernste Themen behandelt wie Essstörungen und die damit einhergehende fehlgeleitete Körperwahrnehmung, der darüberhinaus von psychischen Erkrankungen bis hin zum Tod und vieles dazwischen anspricht. Ein YA-Thriller, der von jung und alt gelesen werden sollte.