Oberflächlicher, klischeehafter Thriller

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Die Gestaltung des Buches gefällt mir wirklich gut. Ich mag die Kombination aus Schwarz und dem dunklen Rot. Zudem passt der zerdrückte rote Plastikbecher passt perfekt zum Setting der Geschichte, ohne dabei aber zu viel zu verraten.

Die Geschichte fand ich auf den ersten Blick ebenfalls reizvoll: Als Dawn Foster an ihrer neuen Schule ankommt, will sie vor allem eins: Nicht auffallen. Doch natürlich weckt sie bereits am ersten Tag die Aufmerksamkeit der Cheerleader-Clique rund um die berechnende Ella. Während sie versucht, sich in ihrer neuen Umgebung zurechtzufinden und sich mit ihrer neuen Beliebtheit anzufreunden, merkt sie, dass sich hinter der Fassade der Schule mehr versteckt, als zunächst gedacht. Auch ihre neuen Freundinnen scheinen ihre Geheimnisse zu haben und als dann ein Mord passiert, befindet sich Dawn plötzlich mitten unter den Verdächtigen. Sie beginnt zu ermitteln und kommt dabei dem stillen Außenseiter Isaac näher, der mehr zu wissen scheint, als sie zunächst angenommen hat und erkennt, dass niemand so ganz ehrlich war.

Ich habe mich wirklich auf die Geschichte gefreut, weil mich das Setting an einen Highschool-Film aus den 90er/00er Jahren erinnert hat, der zudem noch Anteile von Murder-Mystery hat. Diese Kombination hat mich sehr gereizt, aber leider konnte mich das Buch nicht wirklich überzeugen. Das liegt auch an dem Schreibstil. Dieser ist nicht unbedingt schlecht, aber vor allem die Dialoge wirkten oft deutlich kindlicher und unreifer als es die Charaktere waren. Sie sind alle zwischen 16 und 18 Jahren alt, reden aber oft gestelzt oder wie deutlich jüngere Teenager miteinander. Das hat mich vor allem zu Beginn leicht irritiert und lediglich die recht kurzen Kapitel und der Wechsel zwischen Vergangenheit und Gegenwart hat dazu geführt, dass ich die Geschichte recht schnell durchlesen konnte.

Leider erfüllt der Rest der Geschichte und besonders die Charaktere jedes Klischee, das man wirklich aus den Teenie-Filmen der frühen 2000er Jahre kennt. Zwar finde ich das als Ausgangssetting perfekt und sogar vielversprechend, aber es Stereotype-Charaktere reichen mittlerweile einfach nicht mehr aus. Leider sind die Protagonisten aber genau das. Die Cheerleader sind klassische Mean-Girls ohne Tiefe und Hintergrundgeschichte. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, zu erfahren, was hinter ihrem Verhalten steckt, aber das kam nie. Sie bleiben Namen und Charaktere, die genau ihre Rolle erfüllen, aber hinter denen nicht mehr als das steckt. Selbst Isaac, den ich durchaus mochte, erfüllt das Klischee des Außenseiters mit tragischer Vergangenheit nahezu perfekt, er hat vielleicht ein kleines bisschen mehr Substanz als die anderen, aber selbst das geht nicht besonders tief. Dawn ist da ein bisschen komplexer, aber dadurch, dass man nie alles über sie erfährt und das für mich auch recht deutlich war, hatte ich das Gefühl, sie nie richtig zu kennen.

Die Story hat es mir auch schwer gemacht- Zwar wollte ich schon wissen, was genau passiert ist und wie die verschiedenen Handlungsstränge zusammenhängen, aber ich habe dennoch einiges nicht richtig verstanden, weil bestimmte Plotstränge aus dem Nichts kamen. Ich bin kein großer Fan davon, wenn man nicht selbst auf den Ausgang der Handlung kommen kann, weil einem wesentliche Punkte fehlen. In diesem Fall konnte man sich zwar Teile selbst erschließen, aber nicht auf alles kommen. Dazu muss ich auch sagen, dass für mich nicht alles an dem Plottwist Sinn ergeben hat. Zudem mochte ich die gesamte Auflösung der Story nicht. Es hätte ein guter Jugendthriller über die Folgen von Mobbing und die Wichtigkeit von Mental Health sein können, aber das Ende schafft das leider nicht wirklich, diese Themen in den Fokus zu rücken.

Alles in allem hatte das Buch gute Ansätze, die es leider bei weitem nicht nutzen konnte. Die Charaktere blieben extrem blass und konnte nicht über ihre klischeehafte Darstellung hinauswachsen. Zudem kommt der Plottwist zwar durchaus überraschend, kommt aber auch mehr oder weniger aus dem Nichts und sorgt dafür, dass zentrale, wichtige Themen unter den Tisch fallen.