Ein Knopf voller Möglichkeiten
Mitten im Wald taucht eines Tages etwas höchst Merkwürdiges auf: ein großer roter Knopf. Niemand weiß, woher er kommt, wofür er da ist oder vor allem, was passieren würde, wenn man ihn drückt. Fuchs, Eichhörnchen, Hase, Bär, Eule und Fasan können diese Frage natürlich nicht einfach unbeantwortet lassen. Gemeinsam stellen sie die unterschiedlichsten Vermutungen an: Vielleicht passiert etwas Wunderschönes, vielleicht aber auch etwas völlig Katastrophales.
So entwickelt sich aus einem einzigen roten Knopf ein regelrechtes Gedankenexperiment. Die Tiere diskutieren, fantasieren und wägen Risiken ab. Doch schließlich siegt die Vorsicht und es wird beschlossen: Der Knopf wird nicht gedrückt.
Doch bei so viel Neugier, Spannung und Aufregung ist natürlich die entscheidende Frage: Halten sich wirklich alle an diese Vereinbarung?
„Pfoten weg vom roten Knopf!“ von Matilde Tacchini ist für mich ein Bilderbuch, das auf wunderbar spielerische Weise ganz unterschiedliche Dinge miteinander verbindet: Humor, Fantasie, Spannung, Neugier, Diskussionen und die Frage, wie wir eigentlich mit dem Unbekannten umgehen.
Die Grundidee ist herrlich simpel und gleichzeitig unglaublich ergiebig: Da steht plötzlich ein roter Knopf. Mehr braucht es eigentlich gar nicht, um die Fantasie anzukurbeln. Denn sofort stellt sich die Frage, die vermutlich nicht nur die Tiere beschäftigt: "Was würde passieren, wenn man ihn drückt?" Genau dieses Gedankenexperiment macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Die Handlung lebt dabei weniger von großen Ereignissen als von den Vorstellungen und Diskussionen der Tiere. Jedes Szenario eröffnet eine neue Möglichkeit und lässt einen selbst unwillkürlich miträtseln. Ist der Knopf gefährlich? Könnte etwas Lustiges passieren? Vielleicht sogar etwas ganz Wunderbares? Oder wäre es tatsächlich besser, ihn einfach in Ruhe zu lassen? Die verschiedenen Ideen der Tiere sind teilweise herrlich absurd und wunderbar fantasievoll. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig spannend, verspielt und ausgesprochen komisch ist.
Besonders gut gefällt mir, wie viel die Geschichte mit relativ wenig Text erreicht. Die Sprache ist kindgerecht und gut verständlich. Die witzigen Dialoge und die unterschiedlichen Vorstellungen der Tiere sorgen für Dynamik und machen das Vorlesen besonders unterhaltsam.
Dabei wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt. Genau das empfinde ich als große Stärke. Das Buch lässt so nämlich Raum für eigene Gedanken und Spekulationen. Man kann beim Lesen wunderbar innehalten und gemeinsam überlegen: "Was glaubst du, passiert? Würdest du den Knopf drücken? Warum? Was könnte im schlimmsten Fall passieren und was im besten?"
Auch für Erwachsene funktioniert das erstaunlich gut. Ich hatte beim Lesen selbst richtig Freude daran, mitzurätseln und mir Gedanken darüber zu machen, was hinter diesem geheimnisvollen Knopf stecken könnte. Das Buch spricht also keineswegs ausschließlich die Zielgruppe der kleinen Kinder an.
Und dann kommt dieses Ende! Ohne zu viel zu verraten, kann ich nur sagen: grandios witzig und wirklich toll gelöst. Es passt wunderbar zur Geschichte, sorgt für einen schönen Überraschungseffekt und dürfte nicht nur bei Kindern für Gelächter sorgen.
Die Tierfiguren sind dabei mMn. super gewählt: Fuchs, Eichhörnchen, Hase, Bär, Eule und Fasan sind nicht einfach nur eine Gruppe beliebiger Waldtiere. Ihre unterschiedlichen Reaktionen auf den roten Knopf machen deutlich, dass jeder eine Situation anders einschätzen kann.
Während manche neugierig sind und am liebsten sofort herausfinden möchten, was passiert, sind andere deutlich vorsichtiger. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machen die Gespräche so unterhaltsam.
Dadurch steckt in der Geschichte neben dem Humor auch ein schöner Denkanstoß: Es gibt nicht immer nur eine richtige Sichtweise. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen, Ängste, Wünsche und Vorstellungen mit. Und manchmal ist es gar nicht so einfach, zwischen Neugier und Vorsicht abzuwägen.
Ein weiteres großes Highlight sind für mich die Zeichnungen beziehungsweise der gesamte Zeichenstil. Die Illustrationen sind absolut liebevoll gestaltet, farbenfroh und voller kleiner Details. Sie ergänzen den Text hervorragend, ohne ihn einfach nur zu wiederholen. Gerade dadurch entsteht viel Raum zum Entdecken. Man kann die Geschichte lesen, aber genauso gut kann man sich zunächst einfach in den Bildern umsehen und überlegen, was dort eigentlich gerade passiert.
Als Lehrerin sehe ich in diesem Buch zudem ein großes Potenzial für den Einsatz in der Grundschule. Die Frage „Was passiert, wenn man den Knopf drückt?“ bietet zahlreiche kreative Sprech- und Schreibanlässe: Die Kinder können eigene Szenarien entwickeln, malen und schreiben oder darüber diskutieren, ob sie den Knopf selbst drücken würden. Dabei lassen sich wunderbar Argumente sammeln, Meinungen begründen und abwägen.
Zusätzlich laden die Tierfiguren dazu ein, ihre Eigenschaften zu betrachten und mit ihnen zu vergleichen.
Und natürlich bietet auch das überraschende Ende viel Gesprächsstoff: Hatten die Kinder damit gerechnet? Was hätten sie sich vorgestellt?
Gerade diese Verbindung aus Kreativität, Phantasie, Meinungsbildung, Begründen, Zuhören und Argumentieren finde ich für die Grundschule absolut wertvoll.
Besonders mag ich dabei, dass das Buch Kindern nicht ständig eine fertige Antwort präsentiert. Stattdessen fordert es dazu auf, selbst zu überlegen.
Und genau darin liegt für mich eine große Stärke von guter Kinderliteratur: Sie darf Fragen aufwerfen, ohne sofort alles erklären zu müssen. Sie darf Kinder zum Fantasieren bringen, zum Lachen, zum Widersprechen und zum Erfinden.
Fazit
„Pfoten weg vom roten Knopf!“ von Matilde Tacchini ist ein wirklich tolles, liebevoll gestaltetes und herrlich witziges Kinderbuch. Die wunderschöne Gestaltung, der ansprechende Zeichenstil, die sympathischen Tierfiguren, die fantasievollen Gedankenspiele und die humorvolle Handlung ergeben eine rundum gelungene Mischung. Besonders schön finde ich, dass das Buch sowohl Kindern als auch Erwachsenen Freude macht. Ich selbst hatte beim Lesen großen Spaß daran, mitzurätseln und die verschiedenen Möglichkeiten durchzuspielen.
So entwickelt sich aus einem einzigen roten Knopf ein regelrechtes Gedankenexperiment. Die Tiere diskutieren, fantasieren und wägen Risiken ab. Doch schließlich siegt die Vorsicht und es wird beschlossen: Der Knopf wird nicht gedrückt.
Doch bei so viel Neugier, Spannung und Aufregung ist natürlich die entscheidende Frage: Halten sich wirklich alle an diese Vereinbarung?
„Pfoten weg vom roten Knopf!“ von Matilde Tacchini ist für mich ein Bilderbuch, das auf wunderbar spielerische Weise ganz unterschiedliche Dinge miteinander verbindet: Humor, Fantasie, Spannung, Neugier, Diskussionen und die Frage, wie wir eigentlich mit dem Unbekannten umgehen.
Die Grundidee ist herrlich simpel und gleichzeitig unglaublich ergiebig: Da steht plötzlich ein roter Knopf. Mehr braucht es eigentlich gar nicht, um die Fantasie anzukurbeln. Denn sofort stellt sich die Frage, die vermutlich nicht nur die Tiere beschäftigt: "Was würde passieren, wenn man ihn drückt?" Genau dieses Gedankenexperiment macht den besonderen Reiz der Geschichte aus.
Die Handlung lebt dabei weniger von großen Ereignissen als von den Vorstellungen und Diskussionen der Tiere. Jedes Szenario eröffnet eine neue Möglichkeit und lässt einen selbst unwillkürlich miträtseln. Ist der Knopf gefährlich? Könnte etwas Lustiges passieren? Vielleicht sogar etwas ganz Wunderbares? Oder wäre es tatsächlich besser, ihn einfach in Ruhe zu lassen? Die verschiedenen Ideen der Tiere sind teilweise herrlich absurd und wunderbar fantasievoll. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die gleichzeitig spannend, verspielt und ausgesprochen komisch ist.
Besonders gut gefällt mir, wie viel die Geschichte mit relativ wenig Text erreicht. Die Sprache ist kindgerecht und gut verständlich. Die witzigen Dialoge und die unterschiedlichen Vorstellungen der Tiere sorgen für Dynamik und machen das Vorlesen besonders unterhaltsam.
Dabei wird nicht alles bis ins kleinste Detail erklärt. Genau das empfinde ich als große Stärke. Das Buch lässt so nämlich Raum für eigene Gedanken und Spekulationen. Man kann beim Lesen wunderbar innehalten und gemeinsam überlegen: "Was glaubst du, passiert? Würdest du den Knopf drücken? Warum? Was könnte im schlimmsten Fall passieren und was im besten?"
Auch für Erwachsene funktioniert das erstaunlich gut. Ich hatte beim Lesen selbst richtig Freude daran, mitzurätseln und mir Gedanken darüber zu machen, was hinter diesem geheimnisvollen Knopf stecken könnte. Das Buch spricht also keineswegs ausschließlich die Zielgruppe der kleinen Kinder an.
Und dann kommt dieses Ende! Ohne zu viel zu verraten, kann ich nur sagen: grandios witzig und wirklich toll gelöst. Es passt wunderbar zur Geschichte, sorgt für einen schönen Überraschungseffekt und dürfte nicht nur bei Kindern für Gelächter sorgen.
Die Tierfiguren sind dabei mMn. super gewählt: Fuchs, Eichhörnchen, Hase, Bär, Eule und Fasan sind nicht einfach nur eine Gruppe beliebiger Waldtiere. Ihre unterschiedlichen Reaktionen auf den roten Knopf machen deutlich, dass jeder eine Situation anders einschätzen kann.
Während manche neugierig sind und am liebsten sofort herausfinden möchten, was passiert, sind andere deutlich vorsichtiger. Genau diese unterschiedlichen Perspektiven machen die Gespräche so unterhaltsam.
Dadurch steckt in der Geschichte neben dem Humor auch ein schöner Denkanstoß: Es gibt nicht immer nur eine richtige Sichtweise. Jeder bringt seine eigenen Erfahrungen, Ängste, Wünsche und Vorstellungen mit. Und manchmal ist es gar nicht so einfach, zwischen Neugier und Vorsicht abzuwägen.
Ein weiteres großes Highlight sind für mich die Zeichnungen beziehungsweise der gesamte Zeichenstil. Die Illustrationen sind absolut liebevoll gestaltet, farbenfroh und voller kleiner Details. Sie ergänzen den Text hervorragend, ohne ihn einfach nur zu wiederholen. Gerade dadurch entsteht viel Raum zum Entdecken. Man kann die Geschichte lesen, aber genauso gut kann man sich zunächst einfach in den Bildern umsehen und überlegen, was dort eigentlich gerade passiert.
Als Lehrerin sehe ich in diesem Buch zudem ein großes Potenzial für den Einsatz in der Grundschule. Die Frage „Was passiert, wenn man den Knopf drückt?“ bietet zahlreiche kreative Sprech- und Schreibanlässe: Die Kinder können eigene Szenarien entwickeln, malen und schreiben oder darüber diskutieren, ob sie den Knopf selbst drücken würden. Dabei lassen sich wunderbar Argumente sammeln, Meinungen begründen und abwägen.
Zusätzlich laden die Tierfiguren dazu ein, ihre Eigenschaften zu betrachten und mit ihnen zu vergleichen.
Und natürlich bietet auch das überraschende Ende viel Gesprächsstoff: Hatten die Kinder damit gerechnet? Was hätten sie sich vorgestellt?
Gerade diese Verbindung aus Kreativität, Phantasie, Meinungsbildung, Begründen, Zuhören und Argumentieren finde ich für die Grundschule absolut wertvoll.
Besonders mag ich dabei, dass das Buch Kindern nicht ständig eine fertige Antwort präsentiert. Stattdessen fordert es dazu auf, selbst zu überlegen.
Und genau darin liegt für mich eine große Stärke von guter Kinderliteratur: Sie darf Fragen aufwerfen, ohne sofort alles erklären zu müssen. Sie darf Kinder zum Fantasieren bringen, zum Lachen, zum Widersprechen und zum Erfinden.
Fazit
„Pfoten weg vom roten Knopf!“ von Matilde Tacchini ist ein wirklich tolles, liebevoll gestaltetes und herrlich witziges Kinderbuch. Die wunderschöne Gestaltung, der ansprechende Zeichenstil, die sympathischen Tierfiguren, die fantasievollen Gedankenspiele und die humorvolle Handlung ergeben eine rundum gelungene Mischung. Besonders schön finde ich, dass das Buch sowohl Kindern als auch Erwachsenen Freude macht. Ich selbst hatte beim Lesen großen Spaß daran, mitzurätseln und die verschiedenen Möglichkeiten durchzuspielen.