Banal und enttäuschend

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sheena01 Avatar

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Inhalt & Handlung:
Daisy ist schon seit Jugendtagen in ihren besten Freund Levi verliebt, wagt es jedoch nicht, es ihm zu gestehen. Es bricht ihr jedesmal das Herz, wenn sie ihn mit einer anderen sieht, deswegen bricht sie nach dem Highschool-Abschluss den Kontakt zu ihm ab. Als sie ihn vier Jahre später zufällig wiedertrifft, bittet er sie, für eine Hochzeit, seine Fake-Freundin zu mimen, Daisy willigt ein, wohl wissend, dass dieses Unterfangen nur in einem Desaster enden kann.

Schreibstil:
Dieser New-Adult-Roman befasst sich mit dem Thema Friends to lovers, greift aber auch Themen wie Selbstakzeptanz, Trauer und familiäre Beziehungen auf und zeichnet sich durch einen flüssigen, leicht verständlichen Schreibstil aus. Durch bildhafte Beschreibungen und viele emotionale Dialoge lässt die Autorin eine romantische Atmosphäre entstehen. Die Ich-Erzählperspektive ermöglicht einen intensiven Einblick in Daisys Gedankenwelt, in zahlreichen inneren Monologen wird die innere Zerrissenheit der Protagonistin dargestellt.

Charaktere:
Hauptcharakter ist Daisy, eine junge Studentin Anfang zwanzig. Sie ist seit vielen Jahren in ihren besten Freund verliebt, Ihm dies zu gestehen, wagt sie jedoch nicht. Ihre Selbstzweifel führen dazu, dass sich viele ihrer Gedankengänge ständig wiederholen, und die Handlung ein wenig stagniert. Zwar lernt sie im Laufe der Handlung, mehr Vertrauen in sich selbst zu entwickeln, dies passiert jedoch weniger dynamisch, als die Ausgangssituation erwarten lässt. Das Objekt ihrer Begierde, Levi, erscheint zwar sehr verständnisvoll und geduldig, ansonsten ist seine Figur eher farblos. Auch sonst sind die Randfiguren sehr eindimensional, haben eher funktionellen Charakter, tragen aber kaum zur Entwicklung der Geschichte bei.

Cover:
Das in zartem Baby-Rosa gehaltene Cover mit den im Roman so oft zitierten Gänseblümchen auf dem Tisch lassen bereits vermuten, dass es sich bei diesem Werk um einen bittersüßen Liebesroman für junge Mädchen handelt.

Sprecher:
Gelesen wird die Hörbuchfassung von Sabine Menne und Sebastian Seidel. Besonders erstere zeigt einige Schwächen, so sorgt etwa die völlig falsche Aussprache des bekannten Designers Givenchy für unfreiwillige Komik.

Meinung und persönliche Kritikpunkte:
Aufgrund des verheißungsvollen Klappentextes, bei dem man von einer recht kuriosen Ausgangssituation ausgehen musste, war ich sehr gespannt auf diesen Roman, leider muss ich sagen, dass er weit hinter meinen Erwartungen zurückblieb. Der Handlungsaufbau war folgte einem sehr vorhersehbaren Muster, schon früh wird klar, dass die Beziehung zwischen den Protagonisten auf eine romantische Liaison hinauslaufen wird. Die Handlung basiert primär auf unausgesprochenen Gefühlen und auf mehr oder weniger unausgeräumten Missverständnissen, Konflikte lösen sich wie durch Zauberhand plötzlich in Luft auf. Alles in allem plätschert die Handlung ohne große Höhen und Tiefen ohne jegliche Spannung vor sich hin und wirkt phasenweise etwas langatmig.
Man vermisst überraschende Wendungen oder zumindest unerwartete Ereignisse, stattdessen wird man permanent mit Daisys Gedankenwelt konfrontiert, die sich unablässig um das Thema Levi dreht und in der sie sich permanent einredet, dass ihre Gefühle von Levi nicht erwidert werden. Selbst einige heiße Küsse ändern nichts an dieser Einstellung und Selbstzweifeln, was irgendwann sehr mühsam zu lesen wird. Viele der Dialoge wirken ein wenig konstruiert, Gefühle werden zwar benannt, sie spiegeln sich jedoch nicht in den Handlungen wieder. Hier hätte ich mir ein wenig mehr Subtilität gewünscht, um das Unausgesprochene besser zum Ausdruck zu bringen.
Was mir beim Lesen außerdem negativ auffiel ist, dass kaum einer der Figuren altersentsprechend agierte, sowohl Daisy als auch Levi agierten nicht wie Über-Zwanzigjährige mit ein wenig Lebenserfahrung, sondern vielmehr unreif und naiv wie erstmals verliebte Teenager. Auch Levis Nichten, die beiden achtjährigen Zwillinge verhielten sich zum Teil wie Kleinkinder. Die Symbolik der Gänseblümchen, die offenbar für Liebe, Neuanfang, Unschuld, Hoffnung, Liebe und Romantik stehen sollen, wird mir ein wenig überstrapaziert, sie wird so oft eingesetzt, dass sie ihre Wirkung gänzlich verliert, wenn etwa Levi zum x-ten Mal mit einem Sträußchen Gänseblümchen in der Hand auftaucht, wirkt es irgendwann lächerlich.

Fazit:
Für Freunde einfach gestrickter romantischer Jugendromane ideal. Bei anspruchsvolleren Lesern wird die Geschichte mit ihren häufigen Wiederholungen einen faden Nachgeschmack hinterlassen. Für mich eher enttäuschend: da man aus der Ausgangssituation wesentlich mehr hätte machen können, wurde der Roman meinen Erwartungen nicht gerecht!