Die leise Einsamkeit hinter dem Alltag einer Mutter

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mrs.may.reads Avatar

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Eine Leseprobe, die viel zu schnell vorbei war.

Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, Pina zu verstehen. Wenn man Mama ist – ganz egal, mit welcher Geschichte oder welchem Kind – erkennt man so vieles wieder: die morgendlichen Routinen, das leise Vorausahnen von Streit, das ständige Jonglieren mit Zeit, Terminen und Verantwortung, nur um später wieder ganz Mama sein zu können.

Und gleichzeitig diese stillen Wünsche, dass jemand einmal etwas abnimmt. Einfach da ist. Genau dieses Gefühl trifft tief.

Zwischen den Zeilen spürt man Pinas liebevolle Hingabe zu ihrem Sohn, aber auch die enorme Anspannung hinter einem Alltag, der nicht aus dem Takt geraten darf, weil sonst alles kippt. Während sie funktioniert, ignoriert sie ihre eigenen Schmerzen, ihre Bedürfnisse, sogar sich selbst. Beim Lesen wollte ich sie gleichzeitig wachrütteln und einfach nur fest in den Arm nehmen.

Besonders hängen geblieben ist mir der Moment mit ihrer Kollegin, die sie trotzdem immer nach dem Feierabendgetränk fragt, damit Pina sich nicht ausgeschlossen fühlt. Eine kleine Geste und doch macht sie ihre Einsamkeit so schmerzhaft sichtbar.

„Pina fällt aus“ von Vera Zischke fühlt sich schon in der Leseprobe leise, ehrlich und traurig nah am echten Leben an.