Wenn Fürsorge zur ganzen Welt wird
Schon auf den ersten Seiten spürt man, wie eng Pinas Leben getaktet ist – und wie viel Liebe in diesen Routinen steckt. Der Morgen mit Leo, der erst aufsteht, wenn in der Lavalampe die erste grüne Blase aufsteigt, wirkt zugleich zart, anstrengend und zutiefst vertraut. Die Wiederholungen, die festen Abläufe, die Frosties, der „Tanz“ durchs Treppenhaus – all das erzählt mehr über Mutter und Sohn als lange Erklärungen es könnten. Man merkt sofort: Pina hält nicht nur den Alltag zusammen, sie hält Leos ganze Welt in Balance.
Dabei schreibt Vera Zischke mit einer Mischung aus Wärme und leiser Komik, die mich sehr berührt hat. Szenen wie die mit den Dosenravioli oder dem Busfahrer Harry haben etwas Alltägliches und gleichzeitig Tragikomisches. Man lächelt – und spürt im nächsten Moment die Erschöpfung dahinter. Pinas Gedankengänge sind ehrlich, manchmal schonungslos, oft von einer Müdigkeit durchzogen, die sich zwischen den Zeilen bemerkbar macht. Besonders eindrücklich fand ich ihre Angst vor der eigenen Endlichkeit: Der Gedanke, dass Leo ohne sie nicht zurechtkommen könnte, schwebt wie ein unausgesprochenes Damoklesschwert über allem.
Leo selbst wird mit großer Sensibilität dargestellt. Seine Sprache, seine Logik, seine inneren „Staus“ – das alles wirkt respektvoll und nah. Die kleinen Bilder, mit denen Pina versucht, sein Innenleben zu begreifen, zeigen weniger Distanz als vielmehr ihren verzweifelten Wunsch zu verstehen. Hier wird nichts romantisiert, aber auch nichts bloßgestellt.
Der Perspektivwechsel zu Inge erweitert den Blick auf das Haus und seine Bewohner. Einsamkeit, Altern, das Gefühl, übrig geblieben zu sein – auch das wird ruhig und ohne Pathos erzählt. So entsteht nach und nach ein Geflecht aus Leben, die nebeneinander existieren und doch mehr miteinander zu tun haben könnten, als sie ahnen.
Der Roman liest sich flüssig, mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Er erzählt von Überforderung und Verantwortung, aber auch von Würde und Zuneigung. Und er erinnert daran, dass wir die Welt immer durch unsere eigene Erfahrung sehen – und dass genau darin sowohl Begrenzung als auch Kraft liegen.
Dabei schreibt Vera Zischke mit einer Mischung aus Wärme und leiser Komik, die mich sehr berührt hat. Szenen wie die mit den Dosenravioli oder dem Busfahrer Harry haben etwas Alltägliches und gleichzeitig Tragikomisches. Man lächelt – und spürt im nächsten Moment die Erschöpfung dahinter. Pinas Gedankengänge sind ehrlich, manchmal schonungslos, oft von einer Müdigkeit durchzogen, die sich zwischen den Zeilen bemerkbar macht. Besonders eindrücklich fand ich ihre Angst vor der eigenen Endlichkeit: Der Gedanke, dass Leo ohne sie nicht zurechtkommen könnte, schwebt wie ein unausgesprochenes Damoklesschwert über allem.
Leo selbst wird mit großer Sensibilität dargestellt. Seine Sprache, seine Logik, seine inneren „Staus“ – das alles wirkt respektvoll und nah. Die kleinen Bilder, mit denen Pina versucht, sein Innenleben zu begreifen, zeigen weniger Distanz als vielmehr ihren verzweifelten Wunsch zu verstehen. Hier wird nichts romantisiert, aber auch nichts bloßgestellt.
Der Perspektivwechsel zu Inge erweitert den Blick auf das Haus und seine Bewohner. Einsamkeit, Altern, das Gefühl, übrig geblieben zu sein – auch das wird ruhig und ohne Pathos erzählt. So entsteht nach und nach ein Geflecht aus Leben, die nebeneinander existieren und doch mehr miteinander zu tun haben könnten, als sie ahnen.
Der Roman liest sich flüssig, mit einem feinen Gespür für Zwischentöne. Er erzählt von Überforderung und Verantwortung, aber auch von Würde und Zuneigung. Und er erinnert daran, dass wir die Welt immer durch unsere eigene Erfahrung sehen – und dass genau darin sowohl Begrenzung als auch Kraft liegen.