Wie schmeckt ein Morgen im Kopf einer Mutter?

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Der Roman startet mit einem kleinen Koffeinschub: Pina Luxen, Kaffee in der Hand, Tabletten bereit, und schon stolpert man mitten hinein in ihren Alltag. Man beobachtet, wie Leo seine Frosties genau nach Vorschrift matschig macht, als wäre das das Wichtigste im Universum – und irgendwie ist es das ja auch, zumindest für Pina.

Der Stil ist frech, direkt, wie ein gedanklicher Spaziergang durch Pinas Kopf. Alles wirkt gleichzeitig banal und absurd: Himbeeren aus Uruguay, Dosenravioli, Lavalampe-Blasen, die den Tag starten – und man lacht, weil man sich selbst in diesem Chaos wiedererkennt. Kleine Alltagspannen werden hier zu Minidramen, die Pina mit Humor und einer Prise Trotz abfedert.

Was besonders sitzt: Man merkt sofort, dass die Routine nur der Rahmen ist. Pina jongliert zwischen Liebe, Verantwortung und den verrückten Eigenheiten ihres Sohnes – und während sie das tut, fließt der Text wie ein schneller Gedankenstrom, mal witzig, mal bitter, immer nah dran an der Realität.

Am Ende deshat man den Eindruck: Dieser Morgen ist gar nicht normal, aber Pina macht ihn irgendwie gerade so erträglich – und man selbst ist schon mittendrin in ihrem Kopf.