Zwischen Zerbrechlichkeit und Stärke

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padfoot Avatar

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Schon die ersten Seiten haben mich tief bewegt. Die Leseprobe zeigt eine Welt, die gleichzeitig fragil und voller leiser Kraft ist. Pina bricht mitten im Alltag zusammen, und sofort spürt man ihre größte Sorge: Was passiert jetzt mit Leo? Die Autorin schafft es, Leos Besonderheiten – seine Routinen, seine Wahrnehmung, seine Art, sich durch die Welt zu bewegen – so einfühlsam und respektvoll darzustellen, dass man ihn sofort ins Herz schließt.

Besonders eindrucksvoll ist, wie die Nachbarschaft eingeführt wird: Menschen, die selbst mit ihren eigenen Sorgen kämpfen und zunächst gar nicht bereit scheinen, Verantwortung zu übernehmen. Doch gerade diese Ausgangslage macht neugierig. Die Figuren wirken authentisch, kantig und verletzlich, und man ahnt, dass sie im Laufe der Geschichte über sich hinauswachsen werden.

Der Schreibstil ist warm, klar und sehr nah an den Figuren. Jede Szene trägt eine emotionale Tiefe, die ohne Pathos auskommt. Die Leseprobe vermittelt das Gefühl, dass hier nicht nur eine Geschichte über Autismus erzählt wird, sondern auch über Gemeinschaft, Fürsorge und die Frage, was Menschen miteinander verbindet.

Ich möchte unbedingt weiterlesen, um zu erfahren, wie Leo seinen Alltag meistert, wie die Nachbarn sich entwickeln – und ob Pina wieder zu ihm zurückkehren kann. Ein Roman, der schon jetzt verspricht, ans Herz zu gehen.