Berührende Geschichte über Menschlichkeit
Nach dem erfolgreichen Debüt "Ava liebt noch" von Vera Zischke hat der List Verlag nun "Pina fällt aus", den neuen Roman der Autorin, veröffentlicht.
Pina Luxen ist Mitte vierzig, gelernte Floristin und arbeitet in einem Callcenter. Seit 20 Jahren kümmert sich die Alleinerziehende liebevoll und aufopfernd um ihren Sohn Leo, der autistisch ist und in seiner eigenen Welt lebt, zu der nur seine Mutter Zutritt hat. Sein Alltag besteht aus festen Routinen und Ritualen. So steht er morgens erst auf, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt, als Frühstück akzeptiert er nur Frosties. An jedem Werktag wird er vom Busfahrer Harry abgeholt, der ihn zur Werkstatt fährt, in der Schrauben und Muttern miteinander verdreht werden. Einmal pro Woche kauft Pina für ihre 86-jährige Nachbarin Inge ein, währenddessen passt diese auf Leo auf. Bei einem dieser Einkäufe bricht Pina mitten auf der Straße zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Nachbarin macht sich Sorgen, als sie nach 1 1/2 Stunden immer noch nicht zurück ist, und auch Leo wird zunehmend unruhig. Als die Polizei ihr mitteilt, dass Pina sich einer Notoperation unterziehen musste und noch lange im Krankenhaus bleiben muss, stellt sich die Frage, wer sich um Leo kümmert.
Außer Pina und Leo lernen wir die drei Nachbarn kennen, die ganz plötzlich einer neuen Aufgabe gegenüberstehen. Da ist die 86-jährige, des Lebens müde gewordene Inge Russeck, die seit fünf Jahren verwitwet ist und das Haus nicht mehr verlässt, und da ist der eigenbrötlerische Wojtek Borszcykowski aus dem Erdgeschoss, der sich im Internet in die Russin Jurika verliebt hat und ihr überteuerte Kristalltiere abkauft. Eine wesentliche Rolle spielt die 16-jährige Zola Sentheimer, die eigentlich Alina heißt. Sie hat die Schule abgebrochen und ihre Ausbildung im Backshop gar nicht erst angetreten. Ganze Nächte hindurch spielt sie Computerspiele in der Wohnung, in die sie ihr wohlhabender Vater, dem das Mietshaus gehört, einquartiert hat.
Die Geschichte ist in schöner klarer Sprache mit viel Empathie und feinem Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Autorin, die selbst ein autistisches Kind hat, beschreibt liebevoll ihre Protagonisten mit all ihren Eigenarten und Sehnsüchten. Es war schön zu lesen, wie die Hausbewohner über sich selbst hinauswachsen und sich ihrer neuen Aufgabe stellen, nachdem sie anfangs abweisend und hilflos reagiert haben. Jeder bringt sich auf eine andere Art ein, sie ergänzen sich und wachsen immer mehr zusammen. Ich hatte großes Mitgefühl mit Leo, der ganz plötzlich aus seinem gewohnten Alltag herausgerissen wird und lernen muss, ohne seine Mutter zurechtzukommen. Die Entwicklung der Figuren ist großartig dargestellt, ganz besonders die von Leo und der rebellischen und zornigen Zola.
Das Buch, in dem es um Nächstenliebe und Fürsorge, Zusammenhalt, Inklusion und Verantwortung geht, hat mir sehr gut gefallen. Es hat mich von Beginn an gefesselt und berührt, und es zeigt einmal mehr mit aller Deutlichkeit auf, wie belastend pflegerische Tätigkeiten innerhalb der Familie sind und welche gravierenden Lücken unser Versorgungssystem aufweist.
Absolute Leseempfehlung!
Pina Luxen ist Mitte vierzig, gelernte Floristin und arbeitet in einem Callcenter. Seit 20 Jahren kümmert sich die Alleinerziehende liebevoll und aufopfernd um ihren Sohn Leo, der autistisch ist und in seiner eigenen Welt lebt, zu der nur seine Mutter Zutritt hat. Sein Alltag besteht aus festen Routinen und Ritualen. So steht er morgens erst auf, wenn eine grüne Blase in seiner Lavalampe aufsteigt, als Frühstück akzeptiert er nur Frosties. An jedem Werktag wird er vom Busfahrer Harry abgeholt, der ihn zur Werkstatt fährt, in der Schrauben und Muttern miteinander verdreht werden. Einmal pro Woche kauft Pina für ihre 86-jährige Nachbarin Inge ein, währenddessen passt diese auf Leo auf. Bei einem dieser Einkäufe bricht Pina mitten auf der Straße zusammen und wird ins Krankenhaus eingeliefert. Ihre Nachbarin macht sich Sorgen, als sie nach 1 1/2 Stunden immer noch nicht zurück ist, und auch Leo wird zunehmend unruhig. Als die Polizei ihr mitteilt, dass Pina sich einer Notoperation unterziehen musste und noch lange im Krankenhaus bleiben muss, stellt sich die Frage, wer sich um Leo kümmert.
Außer Pina und Leo lernen wir die drei Nachbarn kennen, die ganz plötzlich einer neuen Aufgabe gegenüberstehen. Da ist die 86-jährige, des Lebens müde gewordene Inge Russeck, die seit fünf Jahren verwitwet ist und das Haus nicht mehr verlässt, und da ist der eigenbrötlerische Wojtek Borszcykowski aus dem Erdgeschoss, der sich im Internet in die Russin Jurika verliebt hat und ihr überteuerte Kristalltiere abkauft. Eine wesentliche Rolle spielt die 16-jährige Zola Sentheimer, die eigentlich Alina heißt. Sie hat die Schule abgebrochen und ihre Ausbildung im Backshop gar nicht erst angetreten. Ganze Nächte hindurch spielt sie Computerspiele in der Wohnung, in die sie ihr wohlhabender Vater, dem das Mietshaus gehört, einquartiert hat.
Die Geschichte ist in schöner klarer Sprache mit viel Empathie und feinem Humor erzählt und liest sich sehr flüssig. Die Autorin, die selbst ein autistisches Kind hat, beschreibt liebevoll ihre Protagonisten mit all ihren Eigenarten und Sehnsüchten. Es war schön zu lesen, wie die Hausbewohner über sich selbst hinauswachsen und sich ihrer neuen Aufgabe stellen, nachdem sie anfangs abweisend und hilflos reagiert haben. Jeder bringt sich auf eine andere Art ein, sie ergänzen sich und wachsen immer mehr zusammen. Ich hatte großes Mitgefühl mit Leo, der ganz plötzlich aus seinem gewohnten Alltag herausgerissen wird und lernen muss, ohne seine Mutter zurechtzukommen. Die Entwicklung der Figuren ist großartig dargestellt, ganz besonders die von Leo und der rebellischen und zornigen Zola.
Das Buch, in dem es um Nächstenliebe und Fürsorge, Zusammenhalt, Inklusion und Verantwortung geht, hat mir sehr gut gefallen. Es hat mich von Beginn an gefesselt und berührt, und es zeigt einmal mehr mit aller Deutlichkeit auf, wie belastend pflegerische Tätigkeiten innerhalb der Familie sind und welche gravierenden Lücken unser Versorgungssystem aufweist.
Absolute Leseempfehlung!