Bewegende Geschichte am Puls der Zeit

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frauke_liest Avatar

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Was wäre eigentlich mit meinen Kindern oder meinen pflegebedürftigen (Schwieger-)Eltern, wenn ich mal nicht da wäre? Diese Frage hat sich wohl fast jede Frau mit Pflegeverantwortung schon einmal gestellt. Das besondere an der Frage ist, dass sie keine Antwort hat - denn es ist eigentlich unvorstellbar für die meisten von uns, auszufallen.
So dürfte es auch Pina ergangen sein, die sich aufopferungsvoll um ihren 20-jährigen autistischen Sohn Leo kümmerte - bis sie auf der Straße zusammebricht. Und es ist ganz wundervoll, wie sich in diesem Roman Schritt für Schritt eine Antwort auf die oben genannte Frage findet - in kauzigen Nachbarn und Weggefährten, die sich - zunächst durchaus zögerlich - darauf besinnen, dass man sich ja gegenseitig helfen kann. Und auch wenn für alle das sich Kümmern um Leo im Vordergrund steht, merken sie bald, dass sie auch selbst davon profitieren.
Es war mir eine große Freude, dieses Buch über dieses schwere Thema zu lesen, denn es ist einfach zauberhaft, wie die verschiedensten Charaktere in der Geschichte zusammen kommen, über sich hinaus wachsen und Verantwortung übernehmen. Ich wünschte, wir würden als Gesellschaft über dieses Miteinander sprechen (das Zeit braucht!), statt über noch mehr Arbeitsstunden für alle (um Dinge und Dienstleistungen zu produzieren, die eigentlich keiner braucht). Ganz große Leseempfehlung!