Ein Plädoyer für mehr Mitgefühl und echtes Hinsehen

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luise43 Avatar

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Manche Bücher lassen einen so schnell nicht mehr los. "Pina fällt aus" von Vera Zischke ist genau so ein Jahreshighlight für mich, weil es ein absolut existenzielles Thema mit unendlich viel Wärme und Menschlichkeit behandelt.
Pinas Leben dreht sich komplett um ihren Sohn Leo, der auch als Erwachsener intensive Pflege und Zuwendung benötigt. Pinas Aufopferung geht so weit, dass sie ihre eigene Gesundheit vergisst – bis sie schwer erkrankt auf der Intensivstation landet. In diesem Moment zeigt sich, was echte Nachbarschaft bewirken kann: Eine Gemeinschaft aus lauter schrulligen, liebenswerten Originalen trommelt sich zusammen, um Leo aufzufangen.
Es tut beim Lesen unglaublich gut zu sehen, wie hier aus Fremden eine Familie wird, die sich achtsam und auf Augenhöhe begegnet. Ein riesiges Lob verdient dabei die Figur des Leo: Er wird ergreifend authentisch und mit tiefem Respekt dargestellt, als wertvoller Teil des Ganzen, der auf seine Weise das Beste gibt.
Abgesehen von wenigen Ausnahmen habe ich die Hausbewohner tief ins Herz geschlossen. Dieses Buch ist ein wunderbarer Mutmacher, der den Finger in die Wunde unserer Gesellschaft legt: Es ruft dazu auf, bürokratische Hürden zu überwinden, nicht mehr wegzusehen und stattdessen die Augen für unsere Mitmenschen zu öffnen.