Eine Mutter fällt aus

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loreley Avatar

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"Pina fällt aus" ist die sensibel erzählte Geschichte einer Mutter, die einfach nicht mehr kann, sowie ihrem Sohn Leo.
Leo ist besonders. Er ist im Autusmusspektrum und hat bestimnte Bedürfnisse wie wiederkehrende Rituale und besondere Fragen, die ihm Sicherheit und Halt geben. Er benötigt bestimmte Lebensmittel, beruhigt sich, in dem er die Teppichsstruktur spürt und vorallem braucht er Vorhersagbarkeit sowie die Präsenz der Mutter, damit er sich in der Welt zurecht finden kann. Doch nun geschieht tatsächlich etwas Unvorhergesehenes: Pina zerbricht an der Last, die auf ihren Schultern ruht und bricht auf offener Straße zusammen. Leo ist schon 20 Jahre alt, aber wie soll er nun alleine mit seinen Besonderheiten zurecht kommen, wenn die Mutter im Krankenhaus isr?
Der Roman hat mich tief berührt, da er ein wichtiges Thema einfühlsam erzählt und beschreibt, dass eine Gesellschaft vieles tragen kann, wenn sie näher zusammen rückt. Es ist eine Familiengeschichte, aber es ist auch mehr. Das Buch weckt Verständnis für neurodivergente Personen und ihr Leid, aber es zeigt auch die immense Last von Müttern, die, egal ob alleinerziehend oder nicht, das Leid des Kindes mittragen und oft über ihre Grenze hinaus gehen. Trotzdem klagt die Geschichte nicht an, sondern erzählt in ruhigem Stil und stimmt zum Ende einen versöhnlichen Ton an, der Mut zu kreativen Lösungen macht.