Eine wunderschöne Erzählung über die Macht von Gemeinschaft

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vasensa Avatar

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„Pina fällt aus“ erzählt die Geschichte von Leo und seiner Mutter Pina, von ihm liebevoll „Mutsch“ genannt, die seinen Alltag mit unermüdlicher Fürsorge strukturiert und zusammenhält. Leo, ein zwanzigjähriger junger Mann im Autismus-Spektrum, lebt in einer Welt klarer Rituale: Der Tag beginnt erst, wenn die erste Blase in der Lavalampe aufsteigt, Frosties (Originale!) gehören fest dazu, und selbst Türschwellen müssen nach festen Regeln übertreten werden. Pina kennt diese Welt bis ins kleinste Detail und stellt ihre eigenen Bedürfnisse vollständig hinten an.
Als sie jedoch plötzlich durch einen schweren medizinischen Notfall ausfällt, bricht dieses fein austarierte System in sich zusammen. Die zentrale Frage der Geschichte ist damit schnell gestellt: Was geschieht mit Leo, wenn die Person wegfällt, die ihm bislang Halt und Orientierung gegeben hat?
Die Antwort findet der Text in einer ungewöhnlichen Hausgemeinschaft. Mit Inge, Zola und Wojtek treten drei Figuren auf, die selbst nicht den gängigen gesellschaftlichen Erwartungen entsprechen. Eine Seniorin, eine rebellische Schulabbrecherin und ein schrulliger Einzelgänger: Sie alle stehen auf ihre eigene Weise am Rand der Gesellschaft. Was zunächst aus Notwendigkeit und mit spürbarem Widerwillen beginnt, entwickelt sich nach und nach zu echter Zuwendung.

„Pina fällt aus“ ist eine warmherzige Erzählung darüber, was entstehen kann, wenn unterschiedlichste Menschen aufeinandertreffen und sich aufeinander einlassen. Eine berührende Geschichte, die mich begeistert hat und absolut lesenswert ist.