Es braucht Störsteine, ganz dringend sogar

Voller Stern Voller Stern Voller Stern Voller Stern Leerer Stern
anneteekanne Avatar

Von

Pina ist alleinerziehende, pflegende Mutter ihres autistischen Sohnes. Leo ist 20 und arbeitet in einer Behindertenwerkstatt, zu der er jeden Morgen mit dem Bus gefahren wird. Sie hat sich um alles allein gekümmert und versucht Leo die reale Welt näherzubringen, Beziehungen für ihn geknüpft, während dieser oft in seiner eigenen Welt gefangen ist. Eines Tages bricht Pina zusammen und kommt ins Krankenhaus. Leo ist allein zu Hause und die restlichen drei Bewohner des Mietshauses (Zola, Inge, Wojtek drei schräge Vögel) kümmern sich nach Kräften um Leo, trotz aller Widrigkeiten. Inge sagt es am Ende, wir machen das nicht für dich Pina, wir machen das für Leo.

Oder dass das Leben beides gleichzeitig ist: zu kurz und zu lang, je nachdem, ob man es gerade verpasst, verschwendet oder vergisst, dass man noch lebt. (Kapitel 11)

Vera Zischkes Roman berührt, auf allen Ebenen. Es ist nicht nur der Kampf und die Verzweiflung einer Mutter, dass Beste für ihr Kind zu wünschen. Es ist der verzweifelte Vater, der seine Tochter (Prinzessin) nicht mehr versteht. Und all die anderen Schicksale, die still um uns herum ablaufen.
Und eben auch das Eingeständnis, das man um Hilfe bitten muss, kann, darf und sollte, ohne das es als Schwäche oder Versagen ausgelegt wird.
Ich weiß sonst nicht, was ich noch zu diesem Roman sagen soll, außer dass man ihn lesen sollte!

Fazit: kein leichtes Leben, kein leichter Roman. Lesenswert!