Gefühlvoll und Berührend

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chris70 Avatar

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Pina lebt mit ihrem autistischen Sohn Leo allein. Die Herausforderungen des Alltags mit ihrem bereits erwachsenen besonderen Sohn meistert sie nur mit viel Disziplin und Aufopferung. Dabei vergisst sie zu oft sich selbst. Als sie auf der Straße zusammenbricht und notoperiert werden muss, steht Leo allein mitten in einer hilflosen Nachbarschaft. Werden sie gemeinsam ihm helfen können…..

Vera Zischke ist hier ein außergewöhnlicher und bewegender Roman gelungen. Was passiert, wenn eine pflegende, alleinerziehende Mutter ausfällt? Die Autorin nennt hier die zunehmend hilfsbereiteren Nachbarn die „schrägen Vögel“. Für mich sind das die normalen Menschen, die hinter den Wohnungstüren sitzen und die sich vielleicht freuen würden, gebraucht zu werden.
Wie Leo sagen würde, gibt es hier: „Inge, 86, Hansastr. 22, traurige und einsame Witwe“.
„Woitek, 34, Hansastr. 22, Menschenscheu und unglücklich verliebt“ und „Zola, 16, Hansastr. 22, Versagerin“.
Was für eine bunte, lebendige, sympathische, mitfühlende Truppe. Sanft und gefühlvoll beschreibt die Autorin das langsame Zusammenwachsen der Figuren mit dem gemeinsamen Ziel, Leo zu versorgen und auf ihn aufzupassen. Sehr authentisch und mit Fingerspitzengefühl wird die angeborene Entwicklungsstörung des Autismus-Spektrums dargestellt. Ich liebte die Entwicklung der Gruppe, die Selbstverständlichkeit der Integration von Leo und das ein besonderer Mensch letztendlich das ist, was diese drei dringend nötig hatten.

Fazit: Dieses einzigartige, einfühlsame und berührende Buch sollte unbedingt gelesen werden.