Großartig

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Mittvierzigerin Pina bricht nach dem Einkaufen auf der Straße zusammen. Magendurchbruch, künstliche Beatmung, Koma - das volle Programm der Intensivmedizin wartet auf sie. Und zu Hause wartet auch jemand: ihr 20-jähriger Sohn Leo und Nachbarin Inge verstehen nicht, wo Pina bleibt. Denn Leo ist anders. Alles in seinem Leben richtet sich nach einem festen Schema - Aufstehen, Essen, die Busfahrt zu seiner Arbeit in einer Behindertenwerkstatt. Seine Emotionen kann er nicht in Worte fassen, Kommunikation mit ihm funktioniert nur bruchstückhaft. Wer kümmert sich jetzt um den jungen Mann, der eine Betreuung wie ein Kind braucht, wenn Pina ausfällt?

Dieses Buch hat mich tief berührt. Einerseits ist da diese innige Beziehung zwischen einer Mutter und ihrem benachteiligten Kind. Benachteiligt nicht weil er Defizite hat, sondern weil die Gesellschaft ihn, so wie er ist, ausschließt, diskriminiert und am liebsten von sich fern halten will. Andererseits gibt es die Hausgemeinschaft, die eigentlich mit ihren Mitgliedern sinnbildlich für einen kleinen Querschnitt der Bevölkerung steht und trotzdem in der Lage ist, die Situation zu meistern, das Beste daraus zu machen und eigentlich noch viel mehr erreicht, nämlich Zusammenhalt und Empathie zu zeigen. Für mich ein großartiges Buch mit einer Geschichte, die ich so bisher noch nie gelesen habe!