Herzerwärmend

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katis_leseoase Avatar

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Was für ein fantastisches Buch. Ich wollte gar nicht mehr raus aus der Erzählung.

In diesem Buch steht zu Beginn Pina im Zentrum, eine alleinerziehende Mutter, deren gesamtes Leben um ihren 20-jährigen Sohn Leo kreist. Leo ist Autist und lebt in einer Welt mit sehr strikten Regeln, die nur Pina wirklich versteht und für ihn aufrechterhält. Dabei nimmt sie ganz selbstverständlich in Kauf, ihr eigenes Leben hinten anzustellen und demnach zu vernachlässigen.

Der krasse Wendepunkt passiert, als Pina mitten auf einer Straßenkreuzung zusammenbricht und auf der Intensivstation landet. Nun ist es an der Hausgemeinschaft der Hansastraße 22, sich um Leo zu kümmern: die 16-jährige Zola, die mit ihrem eigenen Leben eigentlich genug zu tun hat, Inge, die seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat und Wojtek, der Kontakt zu anderen Menschen lieber meidet. Puh, was für eine Truppe verrückter Vögel. 😉

Was soll ich sagen. Dieses Buch ist eine sehr berührende, herzerwärmende Geschichte über Inklusion, Verantwortung und Gemeinschaft, gespickt mit leichtem Humor. Es zeigt, was passiert, wenn ein System, das nur auf einer einzigen Person lastet, wegbricht und wie eine zufällige Gruppe von Menschen über sich hinauswachsen kann. Und ich habe mehr als einmal ein Tränchen weggedrückt. 🥹

Die enorme Authentizität erhält die Geschichte meiner Meinung nach dadurch, dass die Autorin Vera Zischke darin ihre eigenen Erfahrungen als pflegende Mutter einarbeitet und die damit verbundenen bürokratischen als auch emotionalen Hürden präzise auf den Punkt bringt.