Jeder Mensch fällt doch mal aus?!
"Jeder Mensch fällt doch mal aus" sagt Inge, eine von drei Menschen einer Hausgemeinschaft, die plötzlich vor der Aufgabe stehen, sich um Leo zu kümmern, einem jungen Autisten, der in seiner ganz eigenen Welt lebt. Seine alleinerziehende Mutter, Pina, fällt nämlich sehr wohl aus, mitten am Tag auf der Straße. Und so wird einem schnell das Schicksal dieser Familie bewusst, dieses jungen Menschens, der so auf seine Struktur, seine Mutsch, angewiesen ist. Und diese Hausgemeinschaft, die es irgendwie schafft, Leo mehr und mehr zu verstehen und so auch den Lesenden eine Ahnung davon verschafft, was ein Leben mit und für Leo bedeutet. Leo, der immer alles in seine Schrankfächer im Kopf einräumt und der nicht nur ein ganzes Dorf, sondern eine ganze Stadt braucht. Vera Zischke schafft es auf bewundernswerte Art und Weise, insbesondere durch ihren Stil, ihre Sprache, ihre Kunst mit Worten das Leben von pflegenden Eltern darzustellen, ohne zu überzeugen, ohne zu beschönigen, aber mit viel Herz. Dieses Buch berührt und ging viel zu schnell vorbei.