Schön, aber unrealistisch

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rosetheline Avatar

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In Vera Zischkes zweitem Roman "Pina fällt aus" geht es um die alleinerziehende Mutter Pina, die mit ihrem zwanzigjährigen Sohn in der Hansastraße 20 in Wuppertal in einem Mehrparteienhaus lebt. Man könnte meinen, dass Pina ein ganz normales Leben führt, doch Leo ist autistisch und lebt in seiner eigenen Welt mit seinem ganz eigenen Rhythmus, die ihm Sicherheit geben. Der wöchentliche Einkauf, den Pina für ihre Nachbarin Inge, die nicht mehr rausgeht, erledigt, ist die einzige Zeit, in der sie kurz Ruhe findet, da Leo dann bei Inge ist und ein bisschen fernsehen darf.
Eines Tages jedoch bricht Pina bei einem dieser Einkäufe zusammen und auf einmal ändert sich alles.

Vera Zischke hat mit dieser Geschichte ein Buch geschrieben, dass sich sprachlich sehr gut lesen lässt und den Lesenden ein optimistisch-wohliges Gefühl gibt. Aber hier liegt auch einer meiner Kritikpunkte. So schön die Geschichte auch wirkt, so unrealistisch ist sie leider. Dabei möchte ich nicht abstreiten, dass Nachbar*innen sich gar nicht einbringen würden. Aber in der Gänze wäre das schier unmöglich.
Auch die fehlende Hilfe der Behörden und der Behindertenwerkstatt, in der Leo arbeitet, waren unrealistisch.

Ich hätte das Buch gerne mehr gemocht, weil es definitiv Potential hatte, doch leider ist mir eine gewisse Glaubwürdigkeit in Romanen wichtiger als Friede Freude Eierkuchen.