Schräge Vögel

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ecinev Avatar

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Pina kümmert sich alleine um ihren 20 jährigen Sohn Leo der mit seinen besonderen Bedürfnissen Unterstützung braucht. Seine Tage sind voller Routinen die nur er versteht. Doch eines Tages gerät seine Welt durcheinander als seine Mutter mitten auf der Straße zusammenbricht. Jetzt liegt sie auf der Intensivstation und er ist alleine bei der 80 jährigen Nachbarin Inge. Die ist total überfordert was die Nachbarn auf den Plan ruft. Der eigenbrötleriche Wojtek der im Homeoffice arbeitet und es liebt seine Kristallfiguren mit einem Mikrofaser Tuch zu reinigen und die 16 jährige Schulabbrecherin Alina die Zola genannt werden möchte. Nachdem klar ist, Pina kommt so schnell nicht wieder kommt die Frage auf, wohin mit einem jungen Mann der nicht alleine leben kann. Sie entwickeln einen Plan und jeder dieser eigenwilligen Hausgemeinschaft muss etwas dazu beitragen.
Es ist schon eine eigenwillige Truppe von Personen die hier leben und doch schaffen sie es allmählich wieder Routine in den Alltag von Leo zu bringen.

Der Schreibstil ist eigenwillig und wirkt eher verhalten und beschreibend. Heitere Elemente fehlen nicht, wie das Lebensdokument das die über 80 jährige Inge vorlegen muss um zu beweisen dass sie lebt. Sie, die kerngesund ist und ihren ehemaligen Hausarzt überlebt hat und seit Jahren das Haus nicht mehr verlassen hat. Und der Sozialdienst im Krankenhaus der Pina erklärt, als pflegende Mutter stünden ihr regelmäßige Rehas zu. Nur die Frage, wohin mit dem Sohn kann nicht geklärt werden. Ein leiser Roman der dennoch den Finger auf die Wunde der überforderten Verwaltung legt und von viel Menschlichkeit zeugt.