Sehr berührende Geschichte. Manchmal braucht es eine Hansastraße.

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alysonbooks Avatar

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Nachdem mich bereits „Ava liebt noch“ von Vera Zischke sehr begeistert hat, war meine Vorfreude auf ihren neuesten Roman „Pina fällt aus“ der kürzlich bei List erschienen ist, entsprechend groß.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Pina, die sich allein um ihren Sohn Leo kümmert. Leos Alltag folgt festen, unverrückbaren Strukturen – schon der morgendliche Weg zum Bus wird für die Beiden zu einer echten Herausforderung. Nur wenn alles exakt nach Leos Rhythmus verläuft, gelingt es ihnen, pünktlich das Haus zu verlassen und rechtzeitig zum Bus zu kommen. Pina gibt alles für ihren Sohn und trägt dabei die gesamte Verantwortung allein – bis es eines Tages kommt wie es kommen muss und Pina nach einem Zusammenbruch ins Krankenhaus kommt. Aber was passiert nun mit Leo? Jetzt wo sie ausfällt und sich nicht wie gewohnt um ihn kümmern kann?

Unverhofft sehen sich die übrigen Hausbewohner mit der fast unmöglichen Aufgabe betraut sich um Leo zu kümmern. Da ist die sechszehnjährige Schulabrecherin Zola, der Einsiedler Wojtek und die Seniorin Inge die ihre Wohnung schon lange nicht mehr verlassen hat…

Vera Zischke hat mit „Pina fällt aus“ einen sehr berührenden Roman geschrieben. Er lebt dabei von seinen Dialogen, in denen dem Leser die Figuren sehr nah kommen. Die knapp 300 Seiten lesen sich zügig, nicht zuletzt, weil man unbedingt erfahren möchte, wie sich die Geschichte weiterentwickelt.
Besonders eindrucksvoll ist, wie die Figuren im Lauf der Geschichte immer mehr über sich selbst hinaus wachsen in ihrer Aufgabe Pina und dem „besonderen“ Jungen Leo zu helfen.

Themen wie „Mental Load“, die Kraft der Gemeinschaft und wie wichtig es ist im „richtigen Moment“ Schwäche zu zeigen werden sensibel und authentisch verarbeitet.

Ein sehr empfehlenswerter Roman, der mich beim Lesen sehr berührt hat, dabei aber auch immer mit einer feinen Prise Humor geschrieben ist.